Sechs neue Pavillons für die Karl-Marx-Allee
Ausstellung und "Marktplatz der Nutzungen" im Kino International

Stadtrat Ephraim Gothe und Stadtplanerin Kristina Laduch beim Rundgang durch die Pavillon-Ausstellung im Kino International.
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Sechs neue Pavillons soll die Karl-Marx-Allee bekommen. Wie die einmal aussehen und genutzt werden sollen, zeigt eine Ausstellung im Kino International.

Mit ihrer monumentalen Bebauung war die Karl-Marx-Allee die Vorzeigestraße Ost-Berlins. Modern eingerichtete Wohnpaläste mit klassizistischen Fassaden und frei stehende Scheibenhochhäuser prägen den Boulevard zwischen Frankfurter Tor und Strausberger Platz. Die architektonisch auffälligsten Gebäude aber konzentrieren sich rund um den U-Bahnhof Schillingstraße wie das Kino International mit seinem ausladenden Foyer im ersten Stock. Auch die gläsernen Pavillons fallen sofort ins Auge.

Elf dieser Funktionsbauten sah die Planung in der DDR aus dem 1960er Jahren für die Karl-Marx-Allee vom Strausberger Platz bis zum Alexanderplatz ursprünglich vor. Realisiert wurden nördlich und südlich der Magistrale aber nur sechs, darunter das legendäre Café Moskau, der Jugendtreff Mokka-Milch-Eisbar, der Salon Babette und der Pavillon am U-Bahnhof Schillingstraße (heute Camp 4). Wo nicht gebaut wurde, klaffen bis heute Lücken. Was sich nun ändern soll. Denn zwischen Schillingstraße und Alexanderplatz will die Wohnungsbaugesellschaft Mitte (WBM) sechs neue Pavillons bauen. Die WBM ist die Haupteigentümerin des denkmalgeschützten zweiten Bauabschnitts der Karl-Marx-Allee. Gutachterverfahren und Werkstattverfahren begannen bereits 2017. Inzwischen stehen die Entwürfe aus fünf Architekturbüros fest.

Grob zusammengefasst sind die neuen Bauten als zweigeschossige L- oder T-förmige Ladenpavillons mit einer Straßenfront von etwa 30 Metern, einer Höhe von sieben und einer Tiefe von rund zwölf Metern geplant. Stein, Keramik und Glas sind als Fassadenoberflächen angedacht, also kein Putz oder Metall. Vorbild für Material und Farbigkeit ist der Wohnblock von Josef Kaiser an der Schillingstraße 30.

"Keine sechs lustigen
Überraschungseier"

Ziel des Bezirks ist es, „eine vergangene Idee zeitgemäß ins Heute zu überführen“ und die Bestandsbauten an der Karl-Marx-Alee mit architektonisch modernen Pavillons „respektvoll“ zu ergänzen. „Wir haben hier einen sehr sensiblen, denkmalgeschützten Ort, auf den alle mit Argusaugen schauen“, sagt Kristina Laduch, Fachbereichsleiterin für Stadtplanung.

Von der ersten Idee bis zu den fertigen Entwürfen der Pavillons sei es ein langer Prozess gewesen. So schauten die Planer auch nach Warschau und Moskau, zwei Hauptstädte mit großen Prachtstraßen. „Wir wollten keine sechs lustigen Überraschungseier, sondern wohlüberlegte Nutzungskonzepte“, sagt Baustadtrat Ephraim Gothe (SPD). So hätten die neuen Pavillonbauten das Potenzial zu Ankerpunkten einer starken Kreativ- und Start-up-Szene Berlins zu werden. Kulturelle, aber auch gastronomische Einrichtungen würden das momentan überwiegend zum Wohnen genutzte Quartier ideal ergänzen. Mit kreativer Feder wiedererweckt könnte das gesamte Gebiet womöglich welterbefähig werden. „Das ist unser Anspruch als Bezirksamt“, so Gothe.

Einer der ersten Pavillon-Nutzer wird die Böll-Stiftung sein. Ihr Pavillon-Neubau entsteht neben dem Kino International. In zwei weitere Bauten wollen das Werkbundarchiv und der Kunstverein neue Gesellschaft für Bildende Kunst Berlin (nGbK) mit ihren Sammlungen einziehen. Die Künstler der nGbK werden wegen zu hoher Mieten aus Kreuzberg vertrieben. Für die anderen drei Pavillons stehen die künftigen Nutzer noch nicht fest. Einen könnte womöglich das Bezirksamt selbst nutzen, informierte Gothe. Und über einen anderen denke der Stadtentwicklungssenat als Ausstellungshaus nach. Sind die Pavillons aber erstmal fertig gebaut, werde Nachfrage ganz sicher hoch sein und eine Nutzung rasch folgen, so der Baustadtrat. Baubeginn für den Böll-Pavillon soll frühestens Ende 2020 sein. Die Bauzeit wird auf etwa vier Jahre geschätzt. Bis wann alle sechs Pavillons stehen, ist noch ungewiss. Finanziert werden die Bauten über das Förderprogramm „Lebendige Zentren“.

Die Ausstellung „Re:Pavillon“ präsentiert noch bis zum 14. November im Kino International das Werkstattverfahren und die sechs neuen Pavillons. Am 7. November findet im Kino der „Marktplatz der Nutzungen“ statt. Dort haben die Berliner die Chance, von 12 bis 18 Uhr die künftigen Pavillon-Nutzer kennenzulernen.

Autor:

Ulrike Kiefert aus Mitte

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