Ausstellung zu Tacheles-Funden: Landesdenkmalamt will ausgegrabene Funde zeigen

Nach den archäologischen Grabungen auf dem früheren Parkplatz am Tacheles-Areal wird jetzt die Tiefgarage ausgehoben.
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Mitte. Nach dem Abschluss der Grabungsarbeiten auf dem Tacheles-Areal zwischen Oranienburger Straße und Johannisstraße bereiten Experten des Landesdenkmalamtes jetzt die Funde auf.

Die elf Grabungsfelder, im Fachjargon Sondagen genannt, werden derzeit ausgebaggert. Das gesamte Gelände des zukünftigen Wohn- und Geschäftsviertels wird zweigeschossig unterkellert. Archäologen der Grabungsfachfirma hatten vor kurzem nach Siedlungsresten gesucht und vor dem Bau des Tacheles-Quartiers alles kartografiert und fotografiert. Laut den Funden aus dem 18. Jahrhundert wurde das Gebiet ackerbaulich genutzt. Überreste von Brauereien, schachtartige Silogruben und eine alte Wasserleitung haben die Fachleute freigelegt. „Nichts spektakuläres“, wie Karin Wagner, Leiterin für Gartendenkmalpflege und Archäologie beim Landesdenkmalamt, sagt. Alle Funde werden jetzt aufgearbeitet und sollen später in einer Ausstellung gezeigt werden.

Spannender sind die gut erhaltenen Kellergeschosse der historisch bedeutsamen Synagoge der Jüdischen Reformgemeinde, die von den Archäologen in Sondage elf freigelegt wurden. An der Johannisstraße 16 stand der „Tempel“. Der Zentralbau über kreuzförmigem Grundriss wurde 1852 vom Architekten Gustav Stier errichtet. Die Synagoge stand zwar etwas von der Straße zurückgesetzt, war aber durch die repräsentative Fassade und den hohen Turm gut sichtbar. Die Stiftung Neue Synagoge hat eine repräsentative Auswahl von in der Synagoge verbauten Materialien wie Bodenfliesen bekommen. Ins „Große Schatzregal“ des Landesdenkmalamtes sind gefundene Teile des Kronleuchters und von Lampen gewandert.

3-D-Simulation der Synagoge soll entstehen

Wie Karin Wagner sagt, entwickelt eine kleine AG aus Mitgliedern der Synagogenstiftung und des Landesdenkmalamtes ein Konzept, wie an die bedeutende Synagoge – einer der ersten Synagogenneubauten Mitte des 19. Jahrhunderts in Berlin – erinnert werden kann. Künstler sollen dabei die Fachleute beraten, wie man das Thema am besten darstellen kann. Mit den exakten Laser-Scans der Synagogenreste kann ein dreidimensionales Modell konstruiert werden. Denkbar ist eine Multimediastation auf dem Gelände mit 3-D-Simulationen der Synagoge oder eine App fürs Handy.

An die Synagoge erinnert seit 2006 eine Gedenktafel an der Johannisstraße mit Text und Fotos. Das frühere Gotteshaus wurde in der Pogromnacht 1938 von SA-Leuten verwüstet, wieder instandgesetzt und von 1940 bis 1942 als Ersatz für die geschlossene Neue Synagoge in der Oranienburger Straße genutzt wurde. Im Zeiten Weltkrieg wurde der „Tempel“ zerstört, die Ruinen später abgetragen. DJ

Autor:

Dirk Jericho aus Mitte

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