Biologen statt Tierpfleger
Ehemaliges Wohnhaus auf dem Campus Nord der Humboldt-Universität wird saniert

Wo einst die Tierpfleger gewohnt haben, werden zukünftig Wissenschafter der Lebenswissenschaftlichen Fakultät der Humboldt-Universität (HU) forschen.

Seit Frühjahr 2019 lässt die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung das denkmalgeschützte Haus 20 auf dem Campus Nord der HU sanieren. In das frühere Wohngebäude sollen Arbeitsgruppen der Theoretischen Biologie des Instituts für Biologie sowie Teile der Verwaltung der Lebenswissenschaftlichen Fakultät der Humboldt-Universität einziehen. Die Dekanatsverwaltung ist zurzeit im Thaergebäude an der Invalidenstraße 42 untergebracht. In dem Baudenkmal werden auch Schulungsräume sowie im Dachgeschoss ein Seminarraum eingerichtet. Das Haus bekommt einen neuen Eingang mit Aufzug.

Der Backsteinbau auf dem Campusgelände wurde 1892 als Wohngebäude errichtet. Hier hatten bis nach der Wende die angestellten Tierpfleger ihre Wohnungen. Auf dem Uni-Campus wurden Tiere zu Forschungszwecken gehalten. Direkt neben dem Wohnhaus steht das vor ein paar Jahren sanierte Tieranatomische Theater, das heute spektakulärer Ausstellungs- und Veranstaltungsraum der Humboldt-Uni ist. Der im Volksmund Trichinentempel genannte Bau wurde 1789 von Carl Gotthard Langhans als Tieranatomisches Theater im Auftrag von König Friedrich Wilhelm II. gebaut. In der Tierarzneischule haben Wissenschaftler Experimente zur Bekämpfung von Tierseuchen gemacht. Der Hörsaal mit seinen aufsteigenden Sitzreihen ist wie ein antikes Amphitheater erinnert. Da die Tierhaltung auf dem Campus Nord auf andere Standorten der HU und FU konzentriert wurde, standen die freigewordenen ehemaligen Wohnungen der Tierpfleger im Haus 20 zur Verfügung.

Die denkmalgerechte Sanierung hat in diesem Frühjahr begonnen. Anfang des Jahres 2021 soll das Gebäude an die Humboldt-Uni übergeben werden. Der Senat investiert 4,9 Millionen Euro in den Umbau. „Die Renovierung dieses Hauses ist ein weiterer Meilenstein in der Gestaltung des Gesamtensembles auf dem Campus Nord“, sagt Professor Bernhard Grimm, Dekan der Lebenswissenschaftlichen Fakultät der HU. Er verbinde weitreichende Hoffnungen und Wünsche an die zukünftige Zusammenarbeit der Arbeitsgruppen des Instituts für Biologie auf diesem Gelände", so Professor Bernhard Grimm beim Richtfest.

Autor:

Dirk Jericho aus Mitte

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