Abrissbagger rücken an:
Im Mai verschwindet die leerstehende Plattenbauschule an der Adalbertstraße

Die Plattenbauschule an der Adalbertstraße wird in den kommenden Wochen abgerissen.
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  • Die Plattenbauschule an der Adalbertstraße wird in den kommenden Wochen abgerissen.
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Nach jahrelangen Debatten um den ehemaligen Schul-standort an der Adalbertstraße Ecke Melchiorstraße beginnen jetzt die Abrissarbeiten.

Wie Schulstadtrat Carsten Spallek (CDU) sagt, werden derzeit nach ersten vorbereitenden Maßnahmen die Gebäude entkernt. Ende Mai beginnt der Abriss der einstigen 13. Polytechnische Oberschule (POS), wie sie zu DDR-Zeiten hieß. Auch die marode DDR-Wellblech-Turnhalle kommt weg. Die kommunale Wohnungsbaugesellschaft Howoge baut auf dem Areal im Auftrag des Senats eine vierzügige Grundschule und eine Doppelsporthalle. Kosten: zirka 30 Millionen Euro. Der Abriss der Plattenbauruinen kostet rund 1,45 Millionen Euro. Im Dezember sollen die alten Schul- und Sportbauten verschwunden sein.

Um die Schulruine gibt es seit vielen Jahren Diskussionen. Weil der Plattenbau wegen gesunkener Schülerzahlen nicht mehr benötigt wurde, hatte das Bezirksamt das Grundstück 2007 an den Liegenschaftsfonds (Lifo) übertragen, um den Kostenfresser loszuwerden. Wegen ständig steigender Schülerzahlen ging das Grundstück 2013 wieder zurück in das bezirkliche Vermögen. Damals rechnete das Schulamt noch mit 5,5 Millionen Euro Sanierungskosten, um die Schule zu reaktivieren. Weil der Bezirk die Schule dann doch nicht so schnell benötigte, wurde dem Senat die Zwischennutzung als Flüchtlingsheim angeboten. Das Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lageso) und Bezirk konnten sich aber 2014 nicht einigen; das Lageso wollte damals einen langfristigen Mietvertrag. Der Bezirk wollte sich die spätere Nutzung als Schule offenhalten.

Tennisclub Mitte fürchtet um Spielflächen

Streit gibt es auch seit Beginn der Schulbauplanungen mit dem Tennisclub Mitte „Albert Gutzmann“ (TCM), der seit vielen Jahren den früheren Schulhof für seine Outdoor-Tennisplatz nutzt. Insgesamt gibt es vier Tennisplätze auf dem Areal. Sie sollten erst verschwinden, dann wurde über eine gemeinsame Nutzung durch Tennisclub und Schule gestritten. Es gab auch mal Überlegungen, dass der Tennisverein auf dem Dach der neuen Schulsporthalle drei Spielfelder bekommt. Die Dachpläne sind lange vom Tisch. Damals gab es im Rahmen des sogenannten Melchiorblock-Konzeptes auch Überlegungen, für eine Durchwegung zwischen Köpenicker Straße und Melchiorstraße die Tennishalle des TCM abzureißen.

Die Tennishalle neben dem Schulhof bleibt. Was aber aus den Spielfeldern auf dem Gelände wird, ist nach wie vor offen. Wie Frank Bertermann (Grüne), Vorsitzender des BVV-Stadtentwicklungsausschusses, sagt, soll es laut Senatsbaudirektorin Regula Lüscher eine Machbarkeitsstudie geben, nach der eine multifunktionale Nutzung als Schulhof- und Tennisspielfläche möglich sei. „Das ominöse Gutachten hat bloß noch niemand gesehen“, sagt Bertermann, der selbst im Tennisclub trainiert. Zugesagt sei, dass während des Abrisses zwei Courts benutzbar bleiben. Wenn die Schulneubaustelle richtig losgeht, werden alle Tennisplätze als Lagerfläche benötigt. Ob der TCM wieder Außenplätze auf dem Schulhofareal nutzen kann, steht völlig in den Sternen.

Die Plattenbauschule an der Adalbertstraße wird in den kommenden Wochen abgerissen.
Alles im Dornröschenschlaf. Die Plattenbauschule an der Adalbertstraße wird in den kommenden Wochen abgerissen.

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