Rollenspiele im Bundesrat
Jugendliche können im neuen Besucherzentrum Politik erleben

Westlich des bestehenden Bundesratsgebäudes entsteht nach den Plänen von Max Dudler Architekten ein Anbau.
  • Westlich des bestehenden Bundesratsgebäudes entsteht nach den Plänen von Max Dudler Architekten ein Anbau.
  • Foto: Max Dudler Architekten
  • hochgeladen von Dirk Jericho

Am historischen Leipziger Platz verschwindet die letzte Baulücke. Bis 2024 bekommt das historische Bundesratsgebäude einen modernen Anbau für Büros und Besucherzentrum. Dort gibt es zukünftig auch einen Saal für Rollenspiele, in dem vor allem junge Besucher bei „eigenen“ Politsitzungen das System und die Arbeitsweise der Länderkammer erleben können.

Nach dem symbolischen Spatenstich im Juni suchen jetzt Bombenexperten das Baugrundstück nach Munition ab, bevor Anfang 2020 Bagger die Baugrube ausheben. Auf dem schmalen Streifen hinter dem ehemaligen Preußischen Herrenhaus (Bundesrat), Preußischen Landtag (Abgeordnetenhaus) und Reichsluftfahrtministerium (Bundesfinanzministerium) könnten Blindgänger aus dem Krieg liegen. Auch Archäologen wollen das Gelände untersuchen, bevor die Fundamente für den Neubau gegossen werden.

Der Bundesrat tagt seit 2000 in der Leipziger Straße 3-4. Das historische Gebäude ist der einstige Sitz des Preußischen Herrenhauses, der Ersten Kammer des Preußischen Landtags. Weil die Flächen nicht ausreichen, hat die Verwaltung des Bundesrates große Teile des Detlev-Rohwedder-Hauses im benachbarten Bundesfinanzministerium in Beschlag. Da das Ministerium die Räume selbst braucht, plant und baut das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR) den Neubau an der Leipziger Straße 2.

Eigentümerin der letzten Baulücke am Leipziger Platz ist die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA). Wegen steigender Besucherzahlen ist in dem Anbau ein Besucherzentrum vorgesehen. In dem vom Architekturbüro Max Dudler entworfenen Neubau gibt es neben neuen Verwaltungsbüros ein IT-Zentrum sowie das Informationszentrum mit Dokumentation, Bibliothek und Parlamentsarchiv. Neben dem Anbau soll auch der westliche Innenhof im Altbau überdacht und der Südgarten hinter dem Bundesratsgebäude neugestaltet werden.

Der Anbau dient künftig als Ausgangspunkt des Besucherrundgangs. In einem Rollenspielsaal soll insbesondere Jugendlichen die Arbeitsweise des Bundesrates im Zusammenwirken mit den anderen Verfassungsorganen, wie mit dem Deutschen Bundestag, vermittelt werden. Der Eingangsbereich im Erdgeschoss wird für Besucher öffentlich zugänglich sein. Durch die Überdachung des westlichen Innenhofes des Altbaus entsteht ein großer Raum, „der atmosphärisch die Anbindung zwischen denkmalgeschütztem Hauptgebäude und modernem Anbau erleben lässt“, heißt es vom BBR. Die exklusiven Flächen sollen auch für Ausstellungen und Veranstaltungen genutzt werden.

Das Neubauprojekt von Stararchitekt Max Dudler ist mit Kosten von rund 132 Millionen Euro kalkuliert. Eine Jury hat sich nach internationalem Planungswettbewerb für den Dudler-Entwurf entschieden. Dem Preisgericht gefiel, „dass der Entwurf sensibel mit der bestehenden Bebauung umgeht und die für ein Besucherzentrum angemessene Offenheit zum Stadtraum mit sich bringt“. Wenn alles nach Plan läuft, soll der Anbau mit Besucherzentrum 2024 fertig sein.

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