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Lompscher will Wohnhochhaus: Diskussionen um WBM-Neubauprojekt an der Köpenicker Straße

Wo: Köpenicker Straße 104-114, Köpenicker Str. 104, 10179 Berlin auf Karte anzeigen
Streit um den geplanten Wohnturm an der Michaelkirchstraße links neben dem 270 Meter langen, dreigeschossigen Flachbauriegel.
Streit um den geplanten Wohnturm an der Michaelkirchstraße links neben dem 270 Meter langen, dreigeschossigen Flachbauriegel. (Foto: LOVE architecture and urbanism und Architektur Consult)



von Dirk Jericho

Der 13-Geschosser beim Neubauprojekt an der Köpenicker Straße 104-114 soll kein Bürotower, sondern wie bisher geplant ein Wohnhochhaus werden. Zumindest will das die Stadtentwicklungssenatorin Katrin Lompscher (Linke).

Im Stadtentwicklungsausschuss des Abgeordnetenhauses sagte sie am 13. Dezember, dass der Senat zusammen mit der Wohnungsbaugesellschaft Mitte (WBM) und dem Bezirksamt eine Lösung finden will. Sie gehe davon aus, dass sich eine findet.

Wie berichtet, hatte die WBM auf einer Anwohnerversammlung am 28. November überraschend mitgeteilt, bei ihrem Neubauprojekt Köpenicker Straße aus dem geplanten Wohnturm an der Michaelkirchstraße einen Bürotower zu machen. Begründet wurde dies mit Lärmschutzauflagen des Bezirksamtes. Das hatte zwar den Wohnturm genehmigt, aber weitere Lärmmessungen nach Fertigstellung gefordert. Die WBM sah darin ein zu hohes Risiko für ein späteres Wohnverbot.

Als nächtliche Lärmverursacher gelten das gegenüberliegende Vattenfall-Heizkraftwerk und die Besucher der ansässigen Technoklubs. Vattenfall hatte das dementiert. „Wir halten die genehmigten und zulässigen Immissionsschutzwerte ein“, sagte Sprecher Olaf Weidner.

„Wir brauchen die Wohnungsbaugesellschaften als Bauträger für Wohnungen und nicht für Büros", sagte die Senatorin bereits kurz nach Bekanntwerden der WBM-Pläne. Brisant: Im WBM-Aufsichtsrat, der der Umnutzung des Turms von Wohnen zu Büro zugestimmt hat, sitzt Senatsbaudirektorin Regula Lüscher. Deren Chefin ist Katrin Lompscher, die jetzt für das Wohnhochhaus kämpft.

Auch Baustadtrat Ephraim Gothe (SPD) hält die Lärmwerte und Auflagen „unseres strengen Umweltamtes“ für überzogen. Es sei auch absurd, weil in dem bestehenden zehngeschossigen Plattenbauriegel „auch noch niemand gestorben ist“. Gothe will „solange bohren“, bis es eine Lösung für das Wohnhaus gibt. Kritiker behaupten, dass der wahre Grund nicht der Lärm, sondern die hohen Kosten für das ambitionierte Projekt der Architekturbüros Love architecture und Architektur Consult mit Tiefgaragen, begrünten Dächern und schicken Höfen beim dreigeschossigen Flachbauriegel sind.

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