Schinkels Blick auf die technische Zukunft in Berlin war tragend
Schinkels Ort: Die Fetzen und Gerüste sind weg – die Hoffnung ist gestiegen!

Schinkel hatte das gesamte Umfeld der Museumsinsel Berlin im Blick - die Schloßbrücke, das Alte Museum, das Zeughaus.
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  • Schinkel hatte das gesamte Umfeld der Museumsinsel Berlin im Blick - die Schloßbrücke, das Alte Museum, das Zeughaus.
  • Foto: Anne Schäfer-Junker
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Ein Lob den Bauherren: der warme Winter ließ es zu! Die Fetzen und das Gerüst der Attrappe am Werderschen Markt sind im Abbau, der Ort wirkt befreit. Geblieben ist der Rote Saal. Stolz strahlt die 2000 zur handwerklichen und technischen Anschauung errichtete Nord-Ost-Ecke der Bauakademie wie eine „Siegessäule“, um dem Original Schinkels gedachte Nähe zu verleihen.

Das Original ist vernichtet, aber die Bedeutung des preußischen Baumeisters ist in all dem Kampf um die Wiedererrichtung der Bauakademie deutlich geworden. Er selbst steht als Skulptur wie zum Trotz an diesem bedeutenden Ort, dem Schinkelplatz. An diesem Ort ringsherum verdichtet sich ein Wohnviertel entlang des Spreekanals und gegenüber dem Humboldt Forum.

"Schinkels Blick auf die technische Zukunft in Berlin war tragend" (Kurt W. Forster). Bemerkenswert, dass Schinkel das Schloßumfeld vollumfänglich in seine Vorstellungen und Planungen einbezog. Noch bemerkenswerter: Er hat das Konzept der Baumbepflanzung stark thematisiert und neue Relationen von abstrakten und natürlichen Elementen gestaltet. Dies ist besonders in seinen Zeichnungen zu sehen.

Er stellt das ästhetische Wechselspiel zwischen Bäumen und Gebäuden stark in den Vordergrund. „Das Wasser bringt den Wald in die Stadt zurück.“ Schon damals gab es also einen Ökologiebegriff bei Schinkel. Bäume, Büsche, Blumenbeete. Seine Zeichnungen und die Umsetzung zur Neuen Wache belegen eine bewusste Waldpflanzung. (Kurt W. Forster)

Tonbrand und technische Möglichkeiten waren Höhepunkte seiner Baukunst, die FLAMINIUS dokumentierte in der Allgemeinen Bauzeitung: Die Bauakademie mit 79 Pfeilern, Ankern und Zugspannung, der Ausfachung für Schiebefenster, große Öffnungen, Eisen und Backstein.

Trotz des Krieges war dieses Strukturprinzip erhalten geblieben, die Bauakademie hatte den Krieg überstanden. Dieses Omen wirkt noch heute und lässt erkennen, dass all der gegenwärtige Streit um Machtpositionen vergehen wird. Die Finanzierung des Wiederaufbaus wird großenteils durch Deutschland und seine BürgerInnen vorgehalten und ist vorbereitet. Was sonst sollte an diesem historischen Ort neben Schinkels Friedrichswerderscher Kirche Wirkung entfalten?

Ein kluger Kopf war 2019 für die Leitung der Wiedererrichtung der Bauakademie ausgewählt. Möge ihm mehr Fortune beschieden sein, als es gegenwärtig erscheint, diesen komplexen Vorgang zwischen Bund und Land, zwischen Kunst und Wissenschaft, mit den richtigen Managern, Architekten und Ingenieuren voranzubringen. Die Zeit ist reif dafür.

Anne Schäfer-Junker (anne.junker@gmx.de)

Autor:

Anne Schäfer-Junker aus Französisch Buchholz

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