Schwung für Stadtdebatte: Beschluss des Senats enthält neue Ideen zur Bürgerbeteiligung

Mitte. Bereits seit zwei Jahren wird offen diskutiert, wie das Gebiet zwischen Fernsehturm und Museumsinsel künftig aussehen soll. Nach den Bürgerleitlinien aus dem Juni 2016 kommt nun wieder Schwung in die Debatte.

Auf seiner Sitzung am 15. August beschloss der Senat die Vorlage zur „Neuausrichtung der Stadtdebatte Berliner Mitte“. Eingebracht hatte sie die Senatorin für Stadtentwicklung und Wohnen, Katrin Lompscher (Linke). „Die Berliner Mitte bietet ein enormes Entwicklungspotenzial. Mit dem heutigen Beschluss wird der Gestaltungsprozess, der durch die Berlinerinnen und Berliner von Anfang an hoch engagiert begleitet wurde, ausgebaut und verstetigt“, sagte Lompscher.

Erste konkrete Beteiligungsschritte sind aktuell schon geplant. So soll es Bürgerwerkstätten zur Gestaltung der Plätze an der Markthalle und vor dem „Haus des Reisens“ geben. Außerdem sollen die Freiflächen des Rathausforums und des Marx-Engels-Forums besser genutzt werden. Bürgerinnen und Bürger werden dazu aufgerufen, Ideen zur temporären Nutzung einzubringen. Themenschwerpunkt bleibt die Geschichtsvermittlung und Geschichtsentdeckung. Im gesamten Projektgebiet soll künftig ein ständig verfügbarer Debattenort eingerichtet werden. Gleichzeitig sieht der Beschluss vor, das Projektgebiet zu erweitern. Neben Alexanderplatz, Rathaus- und Marx-Engels-Forum, Molkenmarkt und Fischerinsel werden ebenso die angrenzenden Bereiche des Entwicklungsgebietes Parlaments- und Regierungsviertel, das Humboldt-Forum, die Breite Straße und der Petriplatz einbezogen.

Im Mittelpunkt der Stadtdebatte sollen der Erhalt und Ausbau des Angebotes an kostengünstigen Wohn- und Gewerberäumen in dem Bereich stehen, hieß es in einer Mitteilung.

Der Verein „Berliner Historische Mitte“ lobte den Beschluss. „Wir freuen uns über die Maßen, dass unser Hauptkritikpunkt an der künstlich eingeengten Debatte der letzten Jahre aufgegriffen wurde“, erklärte die Vorsitzende Annette Ahme. Es wäre immer das Ziel gewesen, denjenigen Bereich als „Alte Mitte“ anzusehen, der vor dem Festungsbau ab dem Jahr 1658 innerhalb der Stadtmauer lag. Dies sei durch die Gebietserweiterung gegeben, so Ahme. ph

Autor:

Philipp Hartmann aus Köpenick

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