Fontane wird digitalisiert
Stadtmuseum restauriert zum 200. Geburtstag handschriftlichen Nachlass des Dichters

Ein Ausschnitt aus Theodor Fontanes Roman "Graf Petöfy", Kapitel 8, Blatt 4.
  • Ein Ausschnitt aus Theodor Fontanes Roman "Graf Petöfy", Kapitel 8, Blatt 4.
  • Foto: Stadtmuseum Berlin
  • hochgeladen von Dirk Jericho

Am 30. Dezember 2018 hätte der große Berliner Dichter Theodor Fontane seinen 199. Geburtstag gefeiert. Damit haben die Feierlichkeiten zum 200. Geburtstag im Fontane-Jahr 2019 begonnen.

Das Stadtmuseum Berlin konnte vor vier Jahren dank der Unterstützung der Theodor Fontane Gesellschaft das Manuskript „Graf Petöfy“ restaurieren und vor dem Verfall retten. Die Museumsspezialisten hatten sich damals vorgenommen, bis zum 200. Geburtstag des Dichters den gesamten im Stadtmuseum Berlin erhaltenen handschriftlichen Nachlass wieder der Forschung zugänglich zu machen.

Bisher konnten mit Geldern der Bundesregierung, der Senatskulturverwaltung und des Stadtmuseums 13 handschriftliche Manuskripte des Dichters aufwendig restauriert werden. Dabei handelt es sich um zirka 7000 Blatt. Die Kosten für die Restaurierung betragen 180 000 Euro. Neben dem Kriegsbericht „Der Krieg gegen Frankreich“, Fontanes Erstlingsroman „Vor dem Sturm“, den autobiographischen Romanen „Meine Kinderjahre" und „Von Zwanzig bis Dreißig“ sowie den Frauenromanen „L’Adultera“ und „Frau Jenny Treibel“ konnten auch Teile der „Wanderungen durch die Mark Brandenburg“ bearbeitet werden, die sich in der Sammlung des Stadtmuseums Berlin befinden.

Fontane selbst schrieb über seine Arbeitsweise: „Dreiviertel meiner ganzen literarischen Tätigkeit  ist überhaupt Korrigieren und Feilen gewesen. Und vielleicht ist drei Viertel noch zu wenig gesagt.“ Er schrieb mit schwarzer Tinte und korrigierte mit Blau-, mit Blei- oder mit Rotstift. Nicht selten beschrieb er die Seiten bis an den äußersten Rand. Textteile aus bereits verworfenen Fassungen schnitt Fontane aus und überklebte zu korrigierende Passagen; häufig nutzte er noch unbeschriebene Rückseiten als Manuskriptpapier.

Im Verlauf der vergangenen 130 Jahre war das Papier so porös geworden, dass es stabilisiert und gereinigt werden musste. Darüber hinaus lösten die Restauratoren die von Fontane aufgeklebten Korrekturzettel und fixierten sie am Rand des Blattes. Dadurch können Wissenschaftler erstmalig auch die vom Dichter überklebten Textstellen einsehen und die Rückseiten der Klebezettel in vollem Umfang auswerten.

Das Stadtmuseum will 2019 alle Manuskripte Fontanes digitalisieren und im Internet frei zugänglich zu machen.

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