Spitzenlabore für Star-Biologin
Bisherige Modeschule wird Forschungsgebäude

Corona- Unternehmens-Ticker

In das denkmalgeschützte Schulgebäude Albrechtstraße 27, direkt neben dem Campus Nord der Humboldt-Universität mit der Lebenswissenschaftlichen Fakultät, zieht die Max-Planck-Forschungsstelle. Schulstadtrat Carsten Spallek (CDU) wollte das Haus als Grundschulstandort haben.

Emmanuelle Marie Charpentier ist eine international renommierte Mikrobiologin und Genetikerin. Die 51-Jährige forscht auf dem Gebiet der Infektionskrankheiten. Mit dem von ihr entdeckten CRISPR/Cas-Verfahren können gezielt Genveränderungen durchgeführt werden. Die Spitzenforscherin ist seit 2015 Favoritin für den Chemie-Nobelpreis.

Zukünftig wird Charpentier ihre Reagenzgläser in der Albrechtstraße 27 schwingen. Denn in das Backsteingebäude von 1873 zieht die „Max-Planck-Forschungsstelle für die Wissenschaft der Pathogene“, deren Chefin die Star-Biologin ist. Derzeit läuft das Vergabeverfahren der Max-Planck-Gesellschaft (MPG) für den insgesamt etwa 20 Millionen Euro teuren Umbau des Baudenkmals und einen Institutsneubau mit hochmodernen Laboren direkt daneben.

In dem ehemaligen Schulgebäude haben bisher Modeschüler das Schneiderhandwerk erlernt. Das OSZ Bekleidung und Mode gibt den Standort auf und konzentriert seine Angebote am Hauptsitz an der Kochstraße.

Um die Nachnutzung der Schule hatte es Streit gegeben. Spallek wollte die Räume für dringend benötigte Grundschulplätze und hatte „als Mitglied des Portfolio-Ausschusses einen Beschluss zugunsten der MPG aus schulfachlichen Gründen gestoppt“, wie er sagt. Doch das Bezirksamt mit der rot-rot-grünen Zählgemeinschaft hat sich im Dezember gegen die Schulnutzung und für die Max-Planck-Forscher ausgesprochen, wie aus einer Anfrage von CDU-Fraktionschef Sebastian Pieper hervorgeht.

Der Regierende Bürgermeister und Wissenschaftssenator Michael Müller (SPD) wollte unbedingt, dass die Max-Planck-Forschungsstelle das Gebäude bekommt und hat „wohl sehr frühzeitig Zusagen gegeben“, so Spallek. Ihn ärgert, dass es kein Votum pro Schule gegeben hat, obwohl der Bezirk gerade an dieser Stelle dringend Schulplätze braucht. „Für mich ist nicht ersichtlich, warum die MPG gerade an diesen Standort ziehen muss“, so Spallek. „Es wurde nicht den Bezirksinteressen nach mehr Schulen gefolgt. Und da der Schulbereich nicht zur Zählgemeinschaft gehört, scheut man offenbar den Konflikt“, sagt Pieper.

Autor:

Dirk Jericho aus Mitte

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