Das wird ein Eigentor
Union Berlin will wieder vor voll besetzten Rängen spielen

Ich gebe es ja gerne zu, dass Fußball ohne Fans nicht so richtigen Spaß macht. Auch im Fernsehen kommt bei den Geisterspielen Null Atmosphäre rüber. Ohne grölendes Publikum, ohne Jubel, Gepfeife und Theatralik interessiert mich auch das Spiel nicht mehr.

Waschechte Fans jubeln natürlich trotzdem und feuern ihre Mannschaften, die vor leeren Rängen spielen, vor der Glotze an. Viele von ihnen wollen aber wieder ins Stadion und mittenmang sein. Klar, aber ist das vertretbar? Die Deutsche Fußball Liga (DFL) arbeitet an Hygienekonzepten, damit die Gesundheitsämter zum Start der neuen Saison wieder Besucher in die Bundesligastadien lassen. Mit Abstand und in deutlich geringerer Zahl. Da gibt es sicher noch richtig Streit, wie dann die Ticketvergabe laufen soll.

"Eiserne" Pläne bringen Lauterbach
auf die Palme

Die Pläne von Union Berlin gehen viel weiter. Die Köpenicker wollen wieder eine ausverkaufte Alte Försterei. Der Verein will auf eigene Kosten alle 22.012 Karteninhaber und die Mitarbeiter an den Spieltagen auf das Coronavirus testen lassen. Der Vorstoß bringt Corona-Warner wie den SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach auf die Palme. Denn auch negativ Getestete könnten bereits ansteckend sein, sagt er. Nicht unwahrscheinlich, dass dann aus einem großartigen Fußballfest ein kleines Ischgl wird. Auch der Hamburger Virologe Jonas Schmidt-Chanasit befürchtet große Ausbrüche.

Das Virus wird uns wahrscheinlich noch lange begleiten. Abstands- und Hygieneregeln sind wichtig, um es in Schach zu halten. Ein rammelvolles Stadion mit singenden Fans ist da bestimmt keine gute Idee und könnte sich als fieses Eigentor entpuppen. Eine Teilöffnung mit weniger Zuschauern hingegen, so wie sie RB Leipzig genehmigt bekommen hat, ist sicher sinnvoller.

Sollten in den Fußballstadien wieder Zuschauer zugelassen werden?
Autor:

Dirk Jericho aus Mitte

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