Kreative Eimer gegen Kippen
Bezirk soll mit BSR ein Pilot-Konzept entwickeln

Auch Kleinstmüll richtet Schaden an. Mitte soll darum ein Konzept für kreative Eimer auf den Weg bringen. Gegen achtlos weggeworfene Zigarettenkippen, Kronkorken und Mikroplastik.

An U-Bahneingängen, Bushaltestellen, vor Bahnhöfen und Lokalen liegen sie herum: achtlos weggeworfene Zigarettenstummel, Kronkorken, leere Schachteln und Plastikbecher. Doch dieser Müll ist ein Problem. Kippen belasten das Grundwasser und die Böden, Plastik liegt oft jahrelang unentdeckt unter Büschen herum und gelangt schließlich als Mikroplastik in die Nahrungskette. Auch Kleinstmüll richtet also Schaden an. Das Bezirksamt soll darum ein Pilot-Konzept für kreative Eimer entwickeln.

Das schlägt die SPD-Fraktion vor. Darin könnte dann besagter Kleinstmüll entsorgt werden. Als mögliche Standorte benennt die Fraktion die Aussichtsplattform des Flakturms im Humboldthain, den Leopoldplatz oder den Volkspark Rehberge. Mit ins Boot holen könnte das Bezirksamt hierfür die Berliner Stadtreinigung. Finanzierbar sei das Projekt etwa über das Förderprogramm „Saubere Stadt“.

„Auf unseren Straßen, Grünflächen und Plätzen liegt immer noch zu viel Müll herum. Abfälle wie Kronkorken oder Zigarettenkippen sind nicht nur schädlich für die Umwelt, sondern auch gefährlich für Kinder, die auf diesen Freiflächen spielen“, argumentiert die SPD. „Kreativ“ sind die Eimer deshalb, weil sie sich von üblichen Abfalleimern unterscheiden. Durch Aufdrucke, die zum Beispiel über das Problem falsch entsorgten Mülls aufklären. Wie lange braucht ein Kronkorken, bis er verrottet ist? Gleichzeit könnten solche Aufdrucke über Kiezthemen informieren und Fragen zur Abstimmung stellen. „Hast du vom Mietendeckel profitiert?“ Oder „Wohnst du in einem Milieuschutzgebiet?“. Die Antworten ließen sich in Fächer am Eimer einwerfen.

Ganz neu ist die Idee allerdings nicht. In einigen Bezirken gibt es die „Ballot Bin“ des Vereins „wirBERLIN“. Das sind gelbe Kästen für Zigarettenstummel, die an Hauswänden hängen. Auch dort können die Berliner nebenbei abstimmen, zum Beispiel darüber, ob es einen Pfand auf Kippen geben sollte. Anderswo gehen Stadtteilinitiativen mit Kippen-Boxen gegen verdreckte Gehwege vor. Ob solche kreative Eimer auch in Mitte machbar sind, müssen die Bezirksverordneten entscheiden.

Autor:

Ulrike Kiefert aus Mitte

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