Honeckers Milliarden-Sessel
DDR Museum zeigt historisches Sitzmöbel

Der Sessel von Erich Honecker aus dem ehemaligen Gästehaus der DDR-Regierung ist bis 1. Juni zu sehen.
  • Der Sessel von Erich Honecker aus dem ehemaligen Gästehaus der DDR-Regierung ist bis 1. Juni zu sehen.
  • Foto: DDR Museum
  • hochgeladen von Dirk Jericho
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Seit drei Jahren steht der olivgrüne Polstersessel schon im Sammlungsarchiv des privaten DDR Museums. Jetzt haben die Betreiber das wuchtige Teil in die Dauerausstellung gehievt.

Dort wird der Stoffsessel vorerst nur bis 1. Juni als „Honeckers Milliarden-Sessel“ präsentiert. Denn der „besondere Schatz aus der hauseigenen Sammlung“, so Museumssprecherin Vanessa Jasmin Lemke, ist der Sessel, auf dem Erich Honecker 1983 den damaligen bayerischen Ministerpräsidenten Franz Josef Strauß zu den Verhandlungen über einen Milliardenkredit für die DDR empfing. Anhand dieses Exponats will das DDR Museum „über die Geschichte der Devisenbeschaffung der DDR Anfang der 80er-Jahre sowie deren Ausgang“ informieren. Im Hintergrund gibt es eine Infotafel mit dem originalen Foto.

Franz Josef Strauß sitzt auf dem gleichen Sesselmodell an einem dunkelbraunen Couchtisch. Das Foto wurde im Empfangsbereich des Gästehauses der DDR-Regierung im Jagdschloss Hubertusstock am brandenburgischen Werbellinsee aufgenommen. Der heutige Besitzer des Geländes, die Ringhotel-Gruppe, hatte die Sessel bereits 2017 dem DDR Museum überlassen. Mittlerweile verfügt das Museum über 300.000 Objekte und damit über eine der weltweit größten Sammlungen zur DDR. In der Dauerausstellung zu dem untergegangenen Staat und den Alltag in der SED-Diktatur im 2006 eröffneten Privatmuseum ist nur ein Bruchteil zu sehen. Das Museum hat Pläne, zukünftig besondere Exponate wie den Honecker-Sessel, die ansonsten nicht direkt in die Dauerausstellung passen, temporär zu präsentieren.

Mehr als 11.000 Objekte online

Die vielen Gegenstände aus dem Osten werden bis heute von Privatpersonen gespendet. Sie dienen den Experten auch für die Geschichtsforschung. Alle Exponate werden digitalisiert. In der Online-Objektdatenbank, https://www.ddr-museum.de/de/objects, kann man mittlerweile über 11.000 Objekte finden und so virtuell eine Zeitreise in den DDR-Alltag machen.

Das DDR Museum in der Karl-Liebknecht-Straße 1, gegenüber dem Berliner Dom, hat täglich von 9 bis 21 Uhr geöffnet. Tickets kosten 9,80 Euro, ermäßigt sechs Euro. Wegen der Hygiene- und Abstandsregelungen dürfen nur 75 Leute gleichzeitig in der Ausstellung sein. Wer keinen Mund-Nasen-Schutz dabei hat, kann eine Maske auch im Museumsshop kaufen.

Weil kaum Touristen in der Stadt sind, ist es derzeit im DDR Museum relativ leer. Auf Honeckers Milliarden-Sessel Platz nehmen dürfen die Besucher aber nicht. Nur angucken, nicht anfassen lautet das Motto.

Autor:

Dirk Jericho aus Mitte

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