Infos über Berlins bekanntesten Zeitmesser
Zum 50-jährigen Bestehen der Weltzeituhr wurde Infotonne auf dem Alexanderplatz aufgestellt

"Die Zeit kommt aus dem Weltall". Das wollte Designer Erich John mit seiner einzigartigen Weltzeituhr zeigen.
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Neben der Designikone Weltzeituhr auf dem Alexanderplatz steht jetzt eine Infotonne, in der sogenannte Alex-Guides über das einzigartige Bauwerk informieren.

Eigentlich wollte Carsten Kollmeier im 50. Jahr der kultigen Urania Weltzeituhr noch etwas mehr machen. Doch der Denkmalschutz hatte zu hohe Auflagen, so dass nur ein kleiner Pavillon genehmigt wurde. Kollmeier ist Chef der Weltzeituhr Vertriebsgesellschaft. Seine Firma hat vom Urheber, dem Industriedesigner Erich John, die exklusiven Vermarktungsrechte bekommen.

Die Infotonne als „Jubiläums- und Infopavillon“ direkt neben der Weltzeituhr darf vorerst drei Monate stehen bleiben. Das Bezirksamt unterstützt das private Projekt – passt es doch bestens in seine Alex-Imagekampagne. Sogenannte Alexanderplatz-Guides verteilen nicht nur eine Infobroschüre mit allen Details zur spannenden Bau- und Technikgeschichte von Berlins berühmtester Uhr, sondern übernehmen auch die Rolle einer Touristeninformation. Das freut vor allem die Polizisten der Alex-Wache daneben, die immer wieder von Touris um alle möglichen Auskünfte gebeten werden. Die Alex-Guides – immer zwei Leute, die von 10 bis 20 Uhr da sind – sind bei der Firma Weltzeituhr angestellt. Bürgermeister Stephan von Dassel (Grüne) gibt Gelder aus seinem City-Tax-Topf dazu. Die Sparkasse als Nachbar der Weltzeituhr finanziert die offiziellen Weltzeituhrbroschüren.

Weltzeituhr-Geschäftsführer Carsten Kollmeier hofft, dass der Infopavillon auch nach den drei Monaten stehen bleiben darf. Schließlich ist er beste Werbung für seine hochwertigen Sammlerstücke sowie Kunstobjekte. Im Pavillon sind zwar die handgefertigten Modelle ausgestellt, kaufen kann man sie aber dort nicht. Das ist nicht gestattet. Kollmeiers Alex-Guides sagen den Kunden aber gern, dass es die Schlüsselanhänger, Tassen, T-Shirts, Taschen und Modelle zum Beispiel im Kaufhof gibt. Das teuerste Weltzeituhr-Produkt ist ein 20 Zentimeter hohes Modell aus Edelstahl. Das Sammlerstück kostet im Angebot 1285 Euro. Der Fernsehturm (Edelstahl, 110 Zentimeter hoch, 17 Kilogramm schwer) kostet satte 5678 Euro.

Verdienstmedaille für Weltzeituhr-Erfinder

Weltzeituhr-Erfinder Professor Erich John wollte sich beim Eröffnungstermin allerdings nicht mit einem Weltzeituhr-Modell fotografieren lassen. Werbefigur wolle er nicht sein. Auf der Infotonne hält John jedoch ein Modell seines Meisterwerks in der Hand. Der Designer hat zur Eröffnung des Weltzeituhr-Pavillons anlässlich des 50. Geburtstags des Berliner Wahrzeichens die Bezirksverdienstmedaille überreicht bekommen.

Die Urania Weltzeituhr wurde am 30. September 1969 anlässlich des 20. Geburtstages der DDR auf dem Alexanderplatz feierlich eingeweiht. Die zehn Meter hohe Weltzeituhr war das Highlight der sozialistischen Neugestaltung des Platzes. Auf einer Säule dreht sich ein mit geätzten Aluminiumplatten verkleideter, farbig emaillierter Zylinder, der in 24 Segmenten verschiedene Länder der Erde schematisch geografisch darstellt und die Uhrzeiten wichtiger Städte anzeigt. In der Rotunde sind die Namen von 146 Städten eingefräst. Die über dem Zylinder auf rotierenden Metallkreisen angebrachten Kugeln symbolisieren die Planeten auf ihren Bahnen. Damit wollte John darstellen, dass die Weltzeit aus dem Weltall kommt. An der Säule hängen auch vier runde Uhren. Der Boden unterhalb der Stahlkonstruktion wurde mit einem Mosaik in Form einer Windrose gestaltet. Der Bau der berühmten Uhr dauerte damals neun Monate. An dem Projekt waren insgesamt 120 Fachleute beteiligt. Noch heute treibt ein umgebautes Trabant-Getriebe den Stundenring an. 1997 wurde die Weltzeituhr für rund 230 000 Euro unter der Verantwortung von Hans-Joachim Kunsch saniert.

Alle Infos zu Berlins berühmtester Uhr gibt es unter www.weltzeituhr-berlin.de.

Autor:

Dirk Jericho aus Mitte

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