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Poller und Fahrradbügel leuchten: Sprayer an der Turmstraße

In Moabit ist ein Sprayer unterwegs. Vielleicht sind es auch mehrere Personen. Auf der Ecke Emdener Straße und Turmstraße haben sie Poller, Fahrradbügel und Verteilerkästen „verschönert“.

In der darauffolgenden Woche wurde noch der Boden rund um die ausgewählten Objekte besprüht. Verwendung fanden dabei grelle Leuchtfarben. Nun stehen sie da, die Poller und Fahrradbügel, und knallen in Grün, Rot und Gelb aus dem vorherrschenden ewigen Grau des Winters heraus.

Anwohner der Turmstraße und der Emdener Straße rieben sich verwundert die Augen, als sie die Kunstaktion entdeckten. „Einen Sinn können meine Nachbarn und ich darin nicht erkennen“, meint ein Mann aus der Emdener Straße. „Offenbar soll aus Moabit ein buntes Entenhausen werden“, scherzt er. Und wieder etwas ernster sagt der Anwohner, das Besprühen von Pollern, Fahrradbügeln und Verteilerkästen „könnte rechtlich durchaus den Tatbestand der Sachbeschädigung erfüllen“.

Das Straßen- und Grünflächenamt (SGA) im Bezirk Mitte hat inzwischen die besprühten Gegenstände eingehend technisch unter die Lupe genommen. Die Wirksamkeit des „Straßeninventars“ beziehungsweise seine Verkehrssicherheit sei durch das Besprühen mit Farbe nicht beeinträchtigt worden, teilt Bezirksamtssprecherin Karin Grunz auf Nachfrage der Berliner Woche mit.

„Auch erfüllt nach Ansicht des Amtes das Besprühen des Straßeninventars nicht den Tatbestand des gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr“, sagt Karin Grunz. Das sei nur der Fall, so die Sprecherin weiter, wenn etwa wichtige Verkehrszeichen, Absperrvorrichtungen oder auch Leitplanken besprüht worden seien.

Die Eigentümer der Verteilerkästen sind benachrichtigt, damit sie entsprechende Maßnahmen ergreifen können. Was Poller und Fahrradbügel angeht, die Eigentum des Bezirks sind, so wird das SGA den Schaden schätzen und anschließend Anzeige bei der Polizei erstatten. Den oder die Täter kennt das Bezirksamt freilich nicht, ebenso wenig die Beweggründe für die bisher einmalige Sprühdosenaktion. Damit mögliche Nachahmer sich nicht animiert fühlen, wird das „Straßenzubehör“ gereinigt, verspricht Karin Grunz.

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