Im ZK/U kann man jetzt unter fachkundiger Anleitung selbst Möbel aus Restholz bauen

Die Baufachfrau Ute Mai zeigt die Holzreste in der Pop-up-Werkstatt.
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Moabit. Wie wäre es mit einem modernen Hocker, Schaukelstuhl oder Couchtisch, alles mit Anleitung selbst gebaut? Die Mitmach-Aktion „Restholz vermöbeln“ macht es möglich.

Ausgedacht haben sie sich der Verein „Baufachfrau Berlin“. Am 21. April war Start im Zentrum für Kunst und Urbanistik (ZK/U) in der Siemensstraße 27. „Trotz des sparsamen Umgang haben wir viele Holzwerkstoffe weggeworfen“, sagt Baufachfrau Ute Mai. Der Verein aus Weißensee unterhält eine eigene Tischlerei für Möbel- und Messebau. Jeden Monat fielen ein bis 20 Kubikmeter Holzabfälle an. „Das läppert sich“, meint Mai.

Wie aber lässt sich Holzabfall vermeiden? Vor zwei Jahren hatten die Baufachfrauen die zündende Idee für die Wiederverwendung des Restholzes. Sie bringen lokale holzverarbeitende Unternehmen mit sozialen und Bildungseinrichtungen zusammen und geben so dem Restholz eine Chance „vermöbelt“ zu werden. Geleitet wird das Projekt „Holz im Kreativkreislauf“ von Jutta Ziegler. Zum Glück konnten auch noch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) und das Umweltbundesamt (UBA) von der Idee überzeugt werden. Beide fördern das Projekt für zwei Jahre.

Auf dem Gelände des ZK/U steht ein Container. Er ist zur Pop-up-Werkstatt umfunktioniert worden. Darin werden die Hölzer, Werkzeuge und Bauanleitungen verwahrt. Auch eine Werkbank steht im Container. Bis Oktober können dort Interessierte ab sechs Jahre unter Anleitung Möbel nach Vorgabe oder nach eigenen Entwürfen bauen, 14-tägig am Donnerstag von 16 und 19 Uhr und sonntags beim Gütermarkt von 13 bis 17 Uhr.

Die offene Werkstatt ist nur ein Angebot der Baufachfrauen im Rahmen von „Holz im Kreativkreislauf“. Daneben werden mit dem Verein „Frecher Spatz“, dem Nachbarschaftszentrum Moabiter Stadtschloss des Vereins „Moabiter Ratschlag“ und dem ZK/U selbst größere Objekte und Raumgestaltungen wie Podeste, Bühnenelemente und Sitzgelegenheiten verwirklicht. Für das ZK/U sollen multifunktionale Aufsätze für Lastenfahrräder entstehen. Damit könne ein solches Fahrrad in einen Messestand oder in eine kleine mobile Küche verwandelt werden, erläutert Ute Mai. Die drei Einrichtungen wurden bei einem Wettbewerb zu Jahresbeginn ausgewählt. Die Ergebnisse werden im Herbst dieses Jahres bei einem Upcycling-Festival vorgestellt. Der Verein Baufachfrau Berlin möchte sein Projekt ab 2017 auch in anderen Städten bekannt machen. KEN

Weitere Informationen gibt es auf www.zku-berlin.org/de/der-ort/ und www.baufachfrau-berlin.de.
Autor:

Karen Noetzel aus Schöneberg

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