Der Kampf um die "B12": Bürgermeister und Unterstützer mit Lösungsvorschlag

Eine Unterstützerin und ihr Mitstreiter Stephan Rauhut mit dem neuen Bezirksbürgermeister Stephan von Dassel (rechts) und einem Bewohner des Hauses in der Berlichingenstraße.
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Moabit. Gegen die Bewohner des ehemaligen „Gästehauses Moabit“ läuft eine Räumungsklage. Mittes neuer Bezirksbürgermeister und der Unterstützerkreis der wohnungslosen Männer haben einen Vorschlag, um den Konflikt beizulegen.

Danach zahlt die öffentliche Hand die üblichen Tagessätze für die Unterbringung der Wohnungslosen. Ein Trägerverein betreut die Männer und renoviert das Haus mindestens in Teilen. Laut Gutachten, das der Unterstützerverein in Auftrag gegeben hat, würde eine Komplettsanierung samt Dachgeschossausbau eine Million Euro kosten. Der Hauseigentümer könne mit monatlich 25 000 Euro rechnen, so Stephan von Dassel (Bündnis 90 /Die Grünen). Sollten die Männer in der Berlichingenstraße verbleiben, überwiese das zuständige Jobcenter die seit März ausstehende Miete in Höhe von 100.000 Euro als „Investitionszuschuss“. Doch die Hauseigentümer seien nicht einmal zu einem Gespräch bereit, bedauert der Bürgermeister.

Ende 2015 war dem „Gästehaus Moabit“ zum 1. März gekündigt worden. Das Haus wurde an einen neuen Betreiber, die Gikon GmbH, vermietet. Die Firma, die Hostel- und Wohnheimplätze anbietet, wollte dort – renditeträchtig für Betreiber und Hauseigentümer – Flüchtlinge unterbringen. Die wohnungslosen Männer aber, derzeit sind es noch neunzehn, blieben im Haus, weil sie aus ihrer langjährigen Unterbringung ein Wohnrecht ableiteten.

Neben der zivilrechtlichen Räumungsklage gegen die Männer klagt der Eigentümer der „B12“ auch gegen die ehemalige Betreiberin des Männerwohnheims. Sie habe das Haus nicht besenrein übergeben.

Für den Unterstützerkreis der Männer ist es wichtig, dass das Haus ein Heimathafen für wohnungslose Menschen bleibt, wo sie das eigenverantwortliche Wohnen wieder einüben können, am besten in Selbstverwaltung. Dafür müsse ein guter Betreiber gefunden werden, so Stephan Rauhut, Pfarrer und Vorstand des Vereins „Refo-Moabit Kirche im Kiez“. Es gebe eine Reihe von Interessenten, so Rauhut weiter. Zwei hätten sich offiziell bei den Eigentümern beworben.

Der Unterstützerkreis will am 1. Dezember um 13 Uhr vor dem Firmensitz der Hauseigentümer eine Kundgebung abhalten, um ihrem Anliegen Nachdruck zu verleihen. KEN

Autor:

Karen Noetzel aus Schöneberg

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