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Senatsprogramm zur Integration von Flüchtlingen geht an den Start

Wo: Rathaus Tiergarten, Mathilde-Jacob-Platz 1, 10551 Berlin auf Karte anzeigen
Louise Jacobi von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen und Bezirksbürgermeister Stephan von Dassel bei der Vertragsunterzeichnung am 11. Januar im Rathaus Tiergarten.
Louise Jacobi von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen und Bezirksbürgermeister Stephan von Dassel bei der Vertragsunterzeichnung am 11. Januar im Rathaus Tiergarten. (Foto: KEN, BA Mitte)

Die große Hilfsbereitschaft der Bevölkerung gegenüber den Flüchtlingen, die sich in der „Willkommenskultur“ äußerte, hat diesen vor Not, Gewalt und Tod Geflohenen das Ankommen erleichtert. Nun geht es um die nächste große Aufgabe, die Integration der Geflüchteten in die Stadtgesellschaft. Vor kurzem war im Rathaus Tiergarten Auftakt für das neue Senatsprogramm „BENN“ im Bezirk Mitte.

Hinter der Abkürzung steckt die Leitlinie des aufgelegten Projekts: „Berlin entwickelt neue Nachbarschaften“. Stadtweit an 20 Standorten im Umfeld großer Flüchtlingsunterkünfte wollen Teams eines sogenannten Integrationsmanagements als Brückenbauer zwischen Akteuren vor Ort, Nachbarn und Flüchtlingen wirken. Mittes Bürgermeister Stephan von Dassel (Grüne) und Louise Jacobi von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen unterzeichneten am 11. Januar am Mathilde-Jacob-Platz einen entsprechenden Vertrag.

Der Bezirk beteiligt sich an BENN mit einem „kombinierten Standort“ für die Unterkünfte in der Quitzowstraße 110 in Moabit-Ost und in der Chausseestraße 54 in Mitte. Das bezirkliche BENN-Team besteht aus zwei Personen und wird befristet bis zum 31. Dezember 2021 arbeiten. Es wird über Sachmittel verfügen, mit denen es vor Ort Aktionen veranstalten und Projekte umsetzen kann. Ziel ist es, die neuen Bewohner in die Nachbarschaft einzubinden, die Anwohner miteinander ins Gespräch zu bringen und das nachbarschaftliche Miteinander zu stärken.

Aus der Senatsverwaltung heißt es, dass sich durch die Flüchtlingsunterkünfte mit zum Teil mehreren hundert Menschen unterschiedlicher Herkunft das nachbarschaftliche Umfeld verändern werde. Das eröffne einerseits Chancen, andererseits könne das auch in Konflikte münden. Dem will BENN vorbeugen. Die Senatsverwaltung hat nach eigenen Angaben bei der Integration von Migranten im Stadtteil mit dem Bundesstädtebauförderprogramm „Soziale Stadt“ gute Erfahrung gemacht. Mit BENN würden diese Erfahrungen aufgegriffen und „weiterentwickelt“.

Träger von BENN-Mitte ist die Berliner Stadtmission. Sie sei an ihrem Sitz in der Lehrter Straße im Bezirk fest verankert und zeige hohe Kompetenz, wenn es um die Verknüpfung von hauptamtlicher und ehrenamtlicher Flüchtlingsarbeit gehe, sagt Bürgermeister von Dassel.

Im übrigen sieht von Dassel in dem neuen Senatsprogramm eine sinnvolle Ergänzung ehrenamtlicher Aktivitäten. „Bereits heute engagieren sich zahlreiche Nachbarinnen und Nachbarn im Umfeld dieser Standorte und leisten einen wesentlichen Beitrag für eine gelingende soziale Integration. Mit BENN eröffnet sich die Möglichkeit, dieses Engagement zu unterstützen und geflüchtete Menschen aus Unterkünften im Bezirk gezielt einzubinden“, so der Bürgermeister.

In einem nächsten Schritt werden die Berliner Stadtmission, die Senatsverwaltung und der bezirkliche Integrationsbeauftragte Stephan Winkelhöfer ein gemeinsames Arbeitsprogramm für die Umsetzung von BENN im Bezirk Mitte aufstellen.

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