„Heute läuft es gut“
Willkommensbüro des Bezirks Mitte zieht drei Jahre nach der „Flüchtlingskrise“ Bilanz

Solche Szenen sollen sich nicht wiederholen: vor dem LAGeSo im Sommer 2015.
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„Davon sind wir inzwischen weit weg“, sagt Noemi Majer und meint die Szenen, die sich im Sommer 2015 vor dem Landesamt für Gesundheit und Soziales (LAGeSo) abgespielt haben. Szenen, die man in Deutschland nicht für möglich gehalten hatte, in denen Flüchtlinge im Freien campieren mussten, um sich registrieren zu lassen, wo Essen und Trinken und ärztliche Versorgung fehlten.

Im jüngsten Stadtteilplenum im Nachbarschaftstreff an der Rostocker Straße hat die Leiterin des Willkommensbüros des Bezirks Mitte ihre Eindrücke von damals geschildert und berichtet, wie die Situation geflüchteter Menschen heute aussieht. Die Berliner Verwaltung sei 2015/2016 „im Notfallmanagement“ gewesen, meint Noemi Majer, die mit drei weiteren Mitarbeitern und zwei Honorarkräften das Willkommensbüro im Rathaus Tiergarten führt. Es ist an den Geschäftsbereich des Integrationsbeauftragten und damit an das Bürgermeisteramt angedockt, eine Schnittstelle für alle Fachbereiche und Gremien, die in der Flüchtlingsarbeit tätig sind.

Das 2015 gegründete Willkommensbüro habe seine Arbeit in einer sehr aufgeladenen, emotionalen Stimmung aufgenommen, erinnert sich Majer. Wohin mit den Menschen, die vor Bürgerkrieg, Verfolgung und Perspektivlosigkeit nach Deutschland und Berlin gekommen waren? Hastig musste in Mitte eine Bleibe für rund 3500 Menschen gefunden werden: Notunterkünfte, Turnhallen, wo bis zu 250 Personen ohne jegliche Privatsphäre „gestapelt“ wurden. Diejenigen, die die Unterkünfte leiteten, kamen häufig aus dem Baugewerbe. Diese Träger hatten keine Ahnung von Betreuung oder Sozialarbeit.

„Heute läuft es im Großen und Ganzen gut“, sagt Noemi Majer. „Die Standards sind höher.“ Heute seien gut 760 Menschen in Mitte untergebracht, so Noemi Majer, in vier Gemeinschaftsunterkünften des Landesamtes für Flüchtlingsangelegenheiten und in Hostels, mit denen der Bezirk Verträge zur Unterbringung von Flüchtlingen mit sogenanntem gewandeltem Status, also mit einer Bleibeperspektive, geschlossen hat. Eines befindet sich in der Quitzowstraße. Dort leben 115 Menschen zumeist aus Syrien, Afghanistan und dem Irak, zumeist alleinstehende junge Männer.

Ganz oben auf der Agenda der Flüchtlingsarbeit stehen Integration und das friedliche Zusammenleben in Moabit. Diese zu befördern gibt es die Projekte „Berlin entwickelt neue Nachbarschaften“ (BENN), vom Senat initiiert und finanziert, Träger ist die Berliner Stadtmission und „Lebendige Nachbarschaften“ (LeNa) der Organisation „Moabiter Ratschlag“. Sie bieten auf vielfältige und niedrigschwellige Weise Unterstützung an bei der Integration der Neubürger in die Stadtgesellschaft und der Gestaltung eines nachbarschaftlichen Miteinanders. Immer in enger Zusammenarbeit mit bereits bestehenden Nachbarschaftsinitiativen und weiteren Akteuren im Kiez. Es wird gekocht, genäht, getöpfert, gelesen, getanzt und in Fragen der Wohnungssuche beraten. Demnächst sollen im Rahmen von LeNa Museen und Konzerte besucht werden.

Weitere Informationen gibt es im Internet auf www.benn-mitte.de.

Solche Szenen sollen sich nicht wiederholen: vor dem LAGeSo im Sommer 2015.
Das Land Berlin im "Notfallmanagement". Am Lageso 2015.

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