Zwei Meistertitel – kein Aufstieg: TISC verzichtet auf Sprung in höhere Ligen

Die Basketballerinnen vom Tiergarten ISC (weiß) werden weiterhin in der 1. Regionalliga spielen.
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Moabit. Die Basketballerinnen vom Tiergarten ISC (TISC) haben sich in der abgelaufenen Spielzeit die Meisterschaft in der 1. Regionalliga Nord gesichert, die Herren triumphierten in der 2. Regionalliga Ost. Doch beide Teams werden sportlich nicht aufsteigen. Der Klub verzichtet aus finanziellen Gründen.

„Natürlich waren und sind meine Spielerinnen enttäuscht, dass wir nicht aufsteigen werden“, meint Christophe Papélian, Headcoach der Frauen und Spieler bei den Herren. „Die 2. Bundesliga würde längere Reisen, mehr Training, mehr Aufwand – eigentlich von allem mehr – bedeuten. Und da die Mädchen alle berufstätig sind oder studieren, würde das ohne eine gewisse Aufwandsentschädigung einfach nicht funktionieren. Und dieses Geld ist nicht vorhanden.“ Nichtsdestotrotz weißt Papélian aber auch darauf hin, dass sich alle bewusst für den TISC entschieden hätten, weil sie „Spaß haben, gern miteinander Basketball spielen und erfolgreich sein wollen“. Deshalb geht er davon aus, dass das Team weitestgehend zusammenbleiben wird.

Das gilt übrigens mit großer Wahrscheinlichkeit auch für das Herrenteam, das im nächsten Jahr wieder versuchen wird, die 2. Regionalliga Ost aufzumischen. „An dieser Stelle muss einfach mal gesagt werden: Alle Spielerinnen und Spieler beider Teams könnten höherklassig spielen oder haben dies sogar schon einmal getan. Und dennoch haben sie sich dazu entschieden, ihre Basketballschuhe für den TISC zu schnüren“, betont Papélian.

Die Entscheidung, dass beide Teams nicht aufsteigen werden, war indes absehbar. „Unsere finanziellen Möglichkeiten sind einfach beschränkt“, sagt Papélian, der auch Vorstands- und Gründungsmitglied ist. Das betrifft aber nicht nur den TISC. „In den vergangenen Jahren haben viele Berliner Herrenteams den Aufstieg in die 1. Regionalliga gewagt und sind direkt wieder runter gekommen.“ Ohnehin hätten es der Herrenbasketball hinter ALBA und der Frauenbasketball in Berlin ganz generell sehr schwer, sich zu etablieren. „Wir leben hier nicht auf einem Dorf, wo die lokalen Sponsoren uns die Bude einrennen. Es gibt einfach sehr, sehr viele Vereine. Und dann darf man auch nicht vergessen, dass es für den Basketball – wie für alle anderen Ballsportarten natürlich auch – fast unmöglich ist, sich gegen den Fußball zu behaupten.“

Diese Situation ist umso absurder, wenn man weiß, dass der TISC bei den Frauen nach dem TuS Lichterfelde und bei den Männern hinter ALBA – sieht man mal von der Kooperation des RSV Eintracht Stahnsdorf mit dem DVB Charlottenburg und TuLi ab – jeweils die zweite Kraft ist.

Papélian hat sich noch nicht entschieden, ob er als Trainer weitermachen wird. „Der Nichtaufstieg bei den Frauen war, da bin ich ehrlich, eine große Enttäuschung für mich. Wenn man über viele Jahre viel Engagement und Herzblut in eine Sache gesteckt hat und dann feststellen muss, dass hier das Limit ist, weil nicht genug Geld da ist, dann ist das schon wirklich sehr enttäuschend.“

Semra Ilhan, bis zuletzt Trainerin des Herrenteams, hat sich schweren Herzens gegen einen Verbleib bei TISC entschieden: „Der Abschied ist mir wirklich nicht leicht gefallen, weil es sehr viel Spaß gemacht hat und viele der Spieler auch zu Freunden geworden sind. Aber ich wollte in jedem Fall noch einmal leistungsorientierter arbeiten.“ min

Autor:

Michael Nittel aus Reinickendorf

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