Ein Stück Normalität: Ausstellung „KinderKünsteMobil“ in der Karl-Marx-Straße

Dieses Bild eines verkleideten Flüchtlingskindes entstand im Filmworkshop von Simone Schander und Rainer Untch.
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  • Foto: Simone Schander
  • hochgeladen von Sylvia Baumeister

Neukölln. Das KinderKünsteZentrum in der Ganghoferstraße 3 begann im Sommer vorigen Jahres mit einem ungewöhnlichen Projekt: Künstler arbeiteten mit 148 Flüchtlingskindern aus sechs Berliner Notunterkünften und ihren Familien in Workshops, um sie an Kunst und Kultur heranzuführen.

Wie kann man kleinen Kindern und ihren Eltern, die aus Krisen- und Kriegsgebieten nach Deutschland geflohen sind und in einer Berliner Notunterkunft dichtgedrängt zusammenleben müssen, ein Stück Normalität ermöglichen? Und wie kann man sie an Kunst und Kultureinrichtungen heranführen?

Ein Projekt des KinderKünsteZentrums, das mit Mitteln des Berliner Projektfonds Kulturelle Bildung gefördert wurde, hat versucht, genau diese Zielsetzungen zu verwirklichen. In den von Künstlern angeleiteten mehrwöchigen Workshops wurde mit Flüchtlingskindern und ihren Familien gemalt, mit Ton gearbeitet, Theater gespielt, Musik gemacht, gefilmt, die Stadt erkundet und gemeinsam gekocht.

So baute die Bühnenbildnerin Katharina Grantner beispielsweise mit einem afghanischen Vater aus einem Lastenfahrrad eine Mobile Kunststation auf. Im Klingenden Museum Berlin probierten Kinder aus einer Notunterkunft Instrumente aus, bauten selbst welche und gestalteten ein kleines Familienkonzert mit. Das Projektteam des KinderKünsteZentrums hatte auch mit widrigen Umständen zu kämpfen. Der Erfolg war abhängig von den zeitlichen Kapazitäten der Mitarbeiter der Unterkünfte als Mittler. Zudem gab es dort nur sehr beschränkte räumliche Kapazitäten.

Der große Einsatz ist von Erfolg gekrönt, denn die Kinder lernten einige Bildungs- und Kulturinstitutionen und andere Familien kennen. „Es war für die Kinder auch ein Erlebnis, einfach mal Kind sein zu können und sich am Leben zu freuen. Und nicht dauernd an die schwierige Situation denken zu müssen, in der sie leben müssen“, erzählt die Leiterin des KinderKünsteZentrums, Karen Hoffmann.

Die Wanderausstellung „KinderKünsteMobil“ mit Kunstobjekten, Filmen und Impressionen aus den Workshops ist seit 5. April drei Wochen lang in einem Schaufenster des ehemaligen C&A Kaufhauses zu sehen. Das Gebäude in der Karl-Marx-Straße 95 dient seit 2016 als Notunterkunft für Flüchtlingsfamilien. Die Ausstellung kann auch entliehen werden. SB

Infos unter  89 39 07 30 oder www.kinder-kuenste-zentrum.de.

Autor:

Sylvia Baumeister aus Neukölln

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