Eine Weltstadt im Miniaturformat: Neue Ausstellung mit Werken von Flüchtlingen im Agora Rollberg

Ein junger Flüchtling baut in der Werkstatt an seinem Haus.
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  • Ein junger Flüchtling baut in der Werkstatt an seinem Haus.
  • Foto: Fred Moseley
  • hochgeladen von Susanne Schilp

Neukölln. Die Häuser sind kaum höher als ein Stuhl und so unterschiedlich wie die Menschen, die sie gebaut haben. Im Agora Rollberg, Am Sudhaus 2, ist die Ausstellung „Weltstadt – Erinnerung und Zukunft von Geflüchteten im Modell“ zu sehen.

Die meisten der Baumeister kommen aus afrikanischen Ländern, aus dem Nahen und Mittleren Osten. Manche haben aus Pappen, Holz und allerhand Sammelgut ein Stück alte Heimat nachgebaut, andere haben Erfahrungen von ihrer Flucht verarbeitet, wieder andere ihren Erwartungen an das neue Zuhause Ausdruck verliehen. Entstanden sind 130 Schulen, Wohn-, Geschäfts- und Bethäuser im Maßstab 1:10, die nun auf einer Fläche von 500 Quadratmetern im Agora zu bestaunen sind, einem Zentrum für zirkuläres Wirtschaften.

Matze Görig, künstlerischer Leiter der Ausstellung, sagt: „Uns ging es darum, den Menschen, die zu uns gekommen sind, ein Mittel an die Hand zu geben, aus der Gruppe der Geflüchteten herauszutreten und ihre ganz persönliche Geschichte zu erzählen.“

Die entstandene „Weltstadt“ präsentiert sich als urbane Landschaft, die die Besucher durchstreifen können. Kreative aus den Reihen der Flüchtlinge und Studierende der Hochschule der populären Künste Berlin haben dazu einen Sound entwickelt, der in die Geräuschkulisse der Stadt eintauchen lässt und mit den Geschichten ausgewählter Häuser und ihrer Erbauer vertraut macht.

Die Gebäude im Miniaturformat sind Ergebnis des Projekts „Casa mia“. Das Kreuzberger Kulturhaus Schlesische27 hatte seit September 2016 in sechs Berliner Bezirken und im brandenburgischen Genshagen für jeweils drei bis vier Wochen Modellbauwerkstätten eingerichtet. Die Bewohner von Flüchtlingsunterkünften und eine Willkommensklasse schufen dann dort auf der Basis von mitgebrachten Fotografien sowie Bildern aus dem Internet, aus Büchern und Zeitschriften ihre ganz persönlichen Erinnerungsorte und Zukunftsentwürfe. Rund 150 Menschen haben an den Werkstätten teilgenommen – unterstützt von Künstlern.

Barbara Meyer, Geschäftsführerin des Kulturhauses Schlesische27, erklärt, wie die Idee zur Schau entstanden ist: „Wenn sich junge Leute, die fliehen mussten, in unserem Zentrum treffen, greifen sie oft nach ihren Smartphones und zeigen Bilder von ihren Heimatorten – aber auch Fotos von der Umgebung, in der sie neuerdings leben.“

Sie hofft, dass die Häuser zu Gesprächen zwischen Geflüchteten und Berliner Ausstellungsbesuchern anregen. Geöffnet ist noch bis zum 5. Juni, mittwochs bis sonntags von 12 bis 18 Uhr. Der Eintritt ist frei. sus

Weitere Informationen gibt es auf www.schlesische27.de.

Autor:

Susanne Schilp aus Neukölln

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