Garantien für 800 Neuköllner Wohnungen
Heimstaden-Konzern unterzeichnet Abwendungserklärung für 82 Berliner Häuser

Bewohner eines Hauses an der Weisestraße machen keinen Hehl daraus, was sie von ihrem neuen Eigentümer halten.
  • Bewohner eines Hauses an der Weisestraße machen keinen Hehl daraus, was sie von ihrem neuen Eigentümer halten.
  • Foto: Schilp
  • hochgeladen von Susanne Schilp

Der skandinavische Immobilienkonzern Heimstaden hat in Berlin 130 Häuser gekauft. In Neukölln sind es 30, bis auf zwei liegen sie in Milieuschutzgebieten. Nach anfänglichem Zögern hat sich das Unternehmen nun bereit erklärt, die dort geltenden Auflagen zu akzeptieren.

Am 20. November hat Heimstaden eine sogenannte Abwendungserklärung für insgesamt 82 Berliner Immobilien mit 2200 Wohnungen unterzeichnet. So konnte der Konzern verhindern, dass die Bezirke von ihrem Vorkaufsrecht Gebrauch machten, das ihnen in Milieuschutzgebieten zusteht. Der Vereinbarung vorausgegangen waren Verhandlungen mit der Senatsverwaltung und den Bezirksämtern.

Mit der Abwendungserklärung verpflichtet sich Heimstaden, 20 Jahre lang auf Umwandlungen von Miet- in Eigentumswohnungen zu verzichten. „Ferner werden wir alle möblierten Wohnungen, für die befristete Mietverhältnisse bestehen, bei künftigen Neuvermietungen unmöbliert und mit unbefristeten Verträge vermieten“, teilt Patrik Hall, Vorstandvorsitzender von Heimstaden, mit. Eine dritte Zusage betrifft die Härtefallregelung und gilt für zehn Jahre: Nach Umlagen von Modernisierungskosten darf die Nettokaltmiete eines Bewohners nicht höher sein als 30 Prozent des Haushaltseinkommens.

Stadtentwicklungsstadtrat Jochen Biedermann (Grüne) sagt: „Ein Paketkauf dieser Größe ist eine wahnsinnig schwierige Aufgabe für alle Beteiligten. Bezirke und Senatsverwaltungen sind geschlossen aufgetreten – das hat sich gelohnt. Allein in Neukölln können wir so 800 Wohnungen langfristig vor Umwandlung in Eigentum schützen.“

Es bleibt ein Ringen

Enttäuscht zeigte sich dagegen die StopHeimstaden-Initiative. Sie hatte den Vorkauf aller Häuser im Milieuschutz gefordert, um sie dauerhaft der Spekulation zu entziehen. Außerdem kritisiert die Initiative, dass es für die Mieter außerhalb der Erhaltungsgebiete keinen Schutz gebe. Sprecherin Luca Niefanger befürchtet, dass „der Konzern von Multimilliardär Ivar Tollefsen nun besonders auf Kosten dieser Häuser Profit erwirtschaftet“.

„Zunächst war es wichtig, das reguläre Verfahren zu einem erfolgreichen Ende zu bringen, denn dabei gibt es enge Fristen“, kommentiert Stadtrat Jochen Biedermann. Jetzt gehe es aber auch darum, über die Gebäude außerhalb des Milieuschutzes zu sprechen.

Heimstaden-Vorstand Patrick Hall wirbt indes um Vertrauen: „In den nächsten Monaten werden wir viele positive Veränderungen einführen, die alle im Einklang mit unserer Vision stehen, das Leben unserer Kunden durch freundliche Wohnungen zu bereichern und zu vereinfachen.“

Autor:

Susanne Schilp aus Neukölln

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