„Es stört unsere Gewohnheiten und rüttelt uns auf“
Auf dem Kindl-Gelände ist ein Denkzeichen gegen Kolonialismus geplant

Die beiden Teile des neuen Zentrums: links der Neubau, daneben der sanierte Altbau.
  • Die beiden Teile des neuen Zentrums: links der Neubau, daneben der sanierte Altbau.
  • Foto: Schilp
  • hochgeladen von Susanne Schilp

Auf dem ehemaligen Kindl-Areal an der Rollbergstraße entsteht ein neues Eine-Welt-Zentrum. Zwischen oder vor dem Gebäude soll als Kunst am Bau ein „dekoloniales Denkzeichen“ entstehen.

Das Eine-Welt-Zentrum besteht aus zwei Teilen, einem Neubau und einem sanierten Altbau, und soll 2022 eröffnen. Hier werden sich unterschiedliche Nicht-Regierungsorganisationen ansiedeln, die sich für eine nachhaltige und gerechte Gesellschaft einsetzen. Bauherrin ist die gemeinnützige Gesellschaft Berlin Global Village. Die Kosten betragen rund 13 Millionen Euro. Das Land Berlin steuert drei Millionen Euro, der Bund knapp zwei Millionen Euro bei.

Der Bund beteiligt sich zudem zur Hälfte an den Kosten für das Projekt dekoloniales Denkzeichen. Der Haushaltsausschuss des Bundestages hat gerade die dafür notwendigen 750 000 Euro bewilligt. Die andere Hälfte trägt die gemeinnützige Gesellschaft. Das Denkzeichen soll sich künstlerisch mit dem (De-)Kolonialismus auseinandersetzen. Global Village ruft dazu einen internationalen Kunstwettbewerb aus. Zudem ist ein Trägerkreis für das Denkzeichen in Bildung, dem wichtige Akteure aus der Berliner Zivilgesellschaft angehören.

Der Neuköllner Bundestagsabgeordnete Fritz Felgentreu (SPD) ist einer, der sich für das Denkzeichen stark gemacht hat. „Berlin ist Deutschlands größte Einwanderungsstadt. Die Arbeit des Eine-Welt-Zentrums ist von nationaler Bedeutung. Es ist folgerichtig, dass sich auch der Bund dafür engagiert, dass Berlin Global Village ein Leuchtturm für die Befassung mit dem deutschen Kolonialismus wird“, erklärt er.

Helge Lindh, Berichterstatter für Kolonialismus der SPD, fordert, dass die Debatte über die Schrecken des kolonialen Erbes raus aus den Hörsälen und den Feuilletons und rein in den Alltag gehöre. Genau das solle das Denkzeichen leisten. Lindh: „Es schafft Aufmerksamkeit, stört unsere Gewohnheiten und rüttelt uns auf.“

Autor:

Susanne Schilp aus Neukölln

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