Förderverein Morus 14 sucht neuen Geschäftsführer

Gilles Duhem verlässt zum 1. Dezember den Förderverein Morus 14.
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Corona- Unternehmens-Ticker

Neukölln. Elf Jahre leitete Gilles Duhem die Geschäfte des Fördervereins Morus 14, der für seine Integrationsarbeit im Rollbergkiez zahlreiche Preise erhalten hat. Weil die Finanzierung jedes Jahr aufs Neue problematisch ist, gibt er seinen Job zum 1. Dezember auf. Ein Nachfolger wird es nicht leichter haben.

Als Gilles Duhem 2002 ins Team des Quartiersmanagements Rollbergsiedlung kam, sah er sich mit riesigen Problemen konfrontiert: Knapp 40 Prozent der Kiezbewohner sind nichtdeutscher Herkunft, ihre Bildung und ihr Sprachniveau schlecht, die Spannungen zwischen den Bevölkerungsgruppen groß.

Mit dem ABM-Projekt "Mieter kochen für Mieter" wollte das QM eine Plattform der Kommunikation schaffen. Regelmäßig wurden hier Veranstaltungen organisiert, die auch gut besucht waren. "Weil das Projekt nur auf bestimmte Zeit angelegt war, gründeten wir 2003 den Verein", erklärt Gilles Duhem.

Viele Kinder, so stellte sich bald heraus, brauchten Nachhilfe. So kam das Netzwerk Schülerhilfe Rollberg hinzu. Inzwischen werden 115 Schüler von 105 ehrenamtlichen Helfern betreut. Neben Rechnen, Lesen und Schreiben lernen die Kinder viele soziale Kompetenzen. Für die gesamte Familie erweiterten sich die Angebote auf Beratungen, Ausflüge, kulturelle Veranstaltungen und vieles mehr.

"Was uns ausmacht, ist eine klare Sozialraumorientierung auf das Rollbergviertel. Wir bedienen alle Bewohner", sagt Duhem. Neuestes Projekt ist "Shalom Rollberg", wo sich junge Leute aus der jüdischen Gemeinde und muslimische Bewohner begegnen. Trotz zahlreicher Auszeichnungen ist die Finanzierung ein Dauerproblem. Die Einnahmen aus der Vermietung des Gemeinschaftshauses, Mitgliedsbeiträgen, Veranstaltungen und Spenden reichen selten aus, um die Kosten zu decken. "Von Jahr zu Jahr erleben wir wieder eine Zitterpartie. Kaum jemand will einsehen, dass ein paar Leute bei uns für ihre Arbeit eben auch bezahlt werden müssen", sagt Duhem. Der allergrößte Teil werde über Arbeitsmaßnahmen des Jobcenters und ehrenamtliche Arbeit geleistet. Nun will der 47-Jährige nicht mehr als Geschäftsführer weitermachen. Die Ideen, so bekennt er, gehen ihm allmählich aus, seine Netzwerke könne er nicht weiter ausreizen.

"Mein Pulver ist verschossen", sagt Gilles Duhem. Die Vorstandvorsitzende bedauert seinen Entschluss, zeigt aber Verständnis. Marianne Johannsen: "Gilles Duhem ist die Seele des Vereins. Zu wenig Menschen sind aber bereit, seine Arbeit und die unseres Vereins in Form von Spenden anzuerkennen."

Infos zu Verein und Ausschreibung unter www.morus14.de.
Sylvia Baumeister / SB
Autor:

Sylvia Baumeister aus Neukölln

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