Tauschring Neukölln: Neue Mitglieder willkommen

Andreas Sternberg, Bea Ziemann und Rolf Sindermann im Café „Dritter Raum“. | Foto: Sylvia Baumeister
  • Andreas Sternberg, Bea Ziemann und Rolf Sindermann im Café „Dritter Raum“.
  • Foto: Sylvia Baumeister
  • hochgeladen von Sylvia Baumeister

Neukölln. Seit 2010 gibt es den Neuköllner Tauschring. Inzwischen sind es mehr als 100 Mitglieder, die Arbeiten füreinander erledigen. Wer wissen will, wie es funktioniert, kann jeden zweiten und vierten Mittwochabend im Monat zu einem Einführungsabend vorbeikommen.

Es war im Jahr 2009, als Rolf Sindermann sein Café „Dritter Raum“ in der Hertzbergstraße 14 eröffnete und ihm eine Idee kam: „Ich wollte einen Tauschring gründen, um die nachbarschaftlichen Kontakte in dieser Gegend zu fördern und meinen Laden fester im Kiez zu verwurzeln“, sagt der Wirt.

Wie das Ganze läuft, wusste der 33-Jährige bereits, schließlich war er in einem Kreuzberger Tauschring Mitglied gewesen. Dank einer Anschubfinanzierung des Quartiersmanagements Ganghoferstraße konnte er seine Idee ab 2010 in die Tat umsetzen.

Das Prinzip basiert auf einem Kreislauf angebotener Dienstleistungen. Jeder erhält für eine Stunde Arbeit zwölf Rix, eine imaginäre Währung, die man nur bei anderen Mitgliedern einlösen kann. Die Verrechnung erfolgt über ein persönliches Tauschkonto. Wer nun glaubt, nichts anbieten zu können, wird schnell eines Besseren belehrt. Auf einer Liste sind über 200 Ideen zusammengestellt, die ständig von den Mitgliedern ergänzt werden darf.

„Jeder hat Fähigkeiten, die er anbieten kann, vom Staubwischen bis zum Kuchenbacken. Es gibt bei uns keine Hierarchie“, betont Mitglied Andreas Sternberg. Der Student bietet vor allem Elektro- und Sanitärarbeiten an und berät seine Nachbarn in Fragen zu Bafög, Kindergeld, Unterhalt und Hartz IV. Selbst hat er dafür bisher Dienste wie Massagen, Transporte oder Mithilfe beim Sortieren seiner Büropapiere angenommen.

„Bei uns ist es möglich, ohne Geld die Lebensqualität zu verbessern“, meint Bea Ziemann, die mit Andreas Sternberg in einer der fünf Arbeitsgemeinschaften ist. In diesen AGs regeln die Mitglieder die gesamte Organisation des Tauschrings.

Dank der Zusammenarbeit und regelmäßiger Treffen, wie ein monatlicher Stammtisch im Café, haben sich auch schon viele Freundschaften ergeben. Andreas Sternberg: „Wir freuen uns über Nachbarn, die mitmachen wollen.“ Der nächste Einführungsabend ist am 11. November um 18.30 Uhr im Café Dritter Raum. SB

Infos gibt es unter tauschen.richardkiez.net

.

Autor:

Sylvia Baumeister aus Neukölln

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

2 folgen diesem Profil

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Beitragsempfehlungen

BauenAnzeige
2024 war Richtfest für die Grundschule in der Elsenstraße. | Foto: SenBJF
7 Bilder

Berliner Schulbauoffensive 2016-2024
Erfolgsgeschichte für unsere Stadt

Die Berliner Schulbauoffensive ist nach wie vor eines der zentralen Projekte unserer Stadt. Mit aktuell mehr als 44.000 neu entstandenen Schulplätzen setzt die Offensive ihre Ziele erfolgreich um. So wurden von 2016 bis 2023 bereits 5 Milliarden Euro in moderne Bildung investiert. Auch in den kommenden Jahren wird das derzeit größte Investitionsvorhaben für Schulen fortgesetzt. Die Offensive geht weiter und führt zu einer dauerhaft verbesserten schulischen Umgebung für unsere Schülerinnen und...

  • Charlottenburg
  • 13.12.24
  • 113× gelesen
WirtschaftAnzeige
Für weitere rund 180.000 Haushalte in Berlin baut die Telekom Glasfaserleitungen aus. | Foto: Telekom

Telekom baut Netz aus
Glasfaser-Internet hier im Bezirk

Ab Dezember starten die Arbeiten zum Ausbau des hochmodernen Glasfaser-Netzes in Borsigwalde, Friedenau, Frohnau, Hakenfelde, Lichtenrade, Lübars, Mariendorf, Neu-Tempelhof, Reinickendorf, Schöneberg, Spandau, Tegel, Waidmannslust, Wilhelmstadt und Wittenau. Damit können weitere rund 180.000 Haushalte und Unternehmen in Berlin einen direkten Glasfaser-Anschluss bis in die Wohn- oder Geschäftsräume erhalten. Die Verlegung der Anschlüsse wird im Auftrag der Telekom durchgeführt. Bis 2030 plant...

  • Borsigwalde
  • 11.12.24
  • 905× gelesen
WirtschaftAnzeige
Einstiegstüren machen Baden und Duschen komfortabler. | Foto: AdobeStock

GleichWerk GmbH
Seniorengerechte Bäder und Duschen

Seit März vergangenen Jahres ist die Firma GleichWerk GmbH in Kremmen der richtige Partner an Ihrer Seite, wenn es um den Innenausbau Ihres Hauses oder Ihrer Wohnung geht. Darüber hinaus bietet das Unternehmen auch seine Dienste für Hausverwaltungen an. Geschäftsführender Inhaber des Fachbetriebs ist Dennis Garte, der nach jahrelanger Berufserfahrung den Schritt in die Selbstständigkeit wagte, wobei er über ein großes Netzwerk an Kooperationspartnern sowie angesehenen Handwerksfirmen verfügt....

  • Umland Nord
  • 04.12.24
  • 578× gelesen
WirtschaftAnzeige
Für weitere rund 84.000 Haushalte in Berlin baut die Telekom Glasfaserleitungen aus. | Foto: Telekom

Telekom vernetzt
Glasfaser-Internet hier im Bezirk

Aktuell laufen die Arbeiten zum Ausbau des hochmodernen Glasfaser-Netzes in Berlin auf Hochtouren. Neue Arbeiten starten nun auch in Alt-Hohenschönhausen, Fennpfuhl, Friedrichsfelde, Friedrichshain, Karlshorst, Kreuzberg, Lichtenberg und Rummelsburg. Damit können nun rund 84.000 Haushalte und Unternehmen einen direkten Glasfaser-Anschluss bis in die Wohn- oder Geschäftsräume erhalten. Die Verlegung der Anschlüsse wird im Auftrag der Telekom durchgeführt. Bis 2023 plant die Telekom insgesamt...

  • Alt-Hohenschönhausen
  • 11.12.24
  • 1.076× gelesen
KulturAnzeige
Blick in die Ausstellung über den Palast der Republik. | Foto: David von Becker
2 Bilder

Geschichte zum Anfassen
Die Ausstellung "Hin und weg" im Humboldt Forum

Im Humboldt Forum wird seit Mai die Sonderausstellung „Hin und weg. Der Palast der Republik ist Gegenwart“ gezeigt. Auf rund 1.300 Quadratmetern erwacht die Geschichte des berühmten Palastes der Republik zum Leben – von seiner Errichtung in den 1970er-Jahren bis zu seinem Abriss 2008. Objekte aus dem Palast, wie Fragmente der Skulptur „Gläserne Blume“, das Gemälde „Die Rote Fahne“ von Willi Sitte, Zeichnungen und Fotos erzählen von der damaligen Zeit. Zahlreiche Audio- und Videointerviews geben...

  • Mitte
  • 08.11.24
  • 1.965× gelesen
add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.