Kampagne gegen häusliche Gewalt
Vermieter sollen verpflichtet werden, Hilfe-Telefonnummern auszuhängen

Eine solche Plakette bekommen die Vermieter, die die Hilfe-Telefonnummer in ihren Hausfluren aushängen.
  • Eine solche Plakette bekommen die Vermieter, die die Hilfe-Telefonnummer in ihren Hausfluren aushängen.
  • Foto: SkF e.V.
  • hochgeladen von Dirk Jericho

Der Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) will mit einer Kampagne auf das Thema häusliche Gewalt aufmerksam machen. Der Verein fordert, dass Vermieter verpflichtet werden, Hilfsnummern in den Hausfluren auszuhängen.

„Die lebensrettende Hilfe-Telefonnummer muss den gleichen Stellenwert als Notruf erhalten wie der Feuerwehrnotruf“, heißt es. „Diese Hausgemeinschaft und der Hauseigentümer unterstützen §25/11 und wollen, dass dieses Haus ein Ort der Sicherheit, des gegenseitigen Respekts und der freien Entfaltung für alle Mieter*innen ist und bleibt“, steht auf den grünen Plakaten mit der Telefonnummer 622 22 60 des SkF-Frauentreffpunkts in Neukölln. Der Frauentreffpunkt bietet gegen häusliche Gewalt Beratung, psychologische Begleitung und Unterstützung für die betroffenen Frauen und Kinder. 2462 Frauen erhielten dort 2019 Hilfe.

Die Idee zur Kampagne kommt von der Berliner Agenturgruppe Peix, einer nach eigenen Angaben führenden Agentur im Healthcare-Bereich. „Dort, wo häusliche Gewalt stattfindet, wollen wir hin und Hilfen aufzeigen“, sagt Patrick Held von Peix. Er will das Thema mit der Plakataktion „aus einer Tabuzone holen“, wie er sagt. Die Kampagne „§25/11 - Haus ohne häusliche Gewalt“ wendet sich über die Vermieter an die Mieter. Plakate am Eingang der Mietshäuser sind das zentrale Element. Der Sozialdienst katholischer Frauen möchte auch, dass in den Mietverträgen über die Hilfeangebote des SkF bei Bedrohung von häuslicher Gewalt hingewiesen wird. „Betroffene finden bereits im Hauseingang die lebenswichtigen Telefonnummern“, sagt Antigewaltexpertin Elke Ihrlich vom SkF. Die Frauen müssten nicht mehr „heimlich und ängstlich im Internet recherchieren“.

Unterstützt wird die Kampagne von der Bundestagsabgeordneten Mechthild Rawert (SPD). „Mit der Istanbul-Konvention haben wir uns verpflichtet, umfassende Präventionsmaßnahmen zu fördern, aktiv den Opferschutz auszubauen und die Strafverfolgung zu schärfen“, so Rawert. Der Immobilienkonzern Deutsche Wohnen unterstützt die Kampagne mit Aushängen in den Hausfluren. „Wir möchten, dass unsere Mieter bei uns sicher leben können. Die Wohnung soll ein Rückzugsort sein“, sagt Sprecherin Juliane Kieslinger. Dies sei gerade in der Weihnachtszeit, „die in diesem Jahr der Corona-Pandemie besonders herausfordernd ist, eine gute und notwendige Initiative“, so Juliane Kieslinger.

Laut SkF ist bereits jede dritte Frau einmal im Leben von Gewalt durch den Partner bedroht worden. 141.000 Menschen wurden laut Polizeistatistik 2019 Opfer von Partnergewalt, 115.000 Personen waren weiblich. Jeden dritten Tag wird in Deutschland eine Frau im Zusammenhang mit häuslicher Gewalt getötet.

Autor:

Dirk Jericho aus Mitte

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