Hindernis wird zum Kunstprojekt
Film über den Alltag an der Baustelle Karl-Marx-Straße

Schüler der Zuckmayer-Schule auf der Baustelle der Karl-Marx-Straße bei einem Interview für den Film "Ein tiefer Blick".
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  • Schüler der Zuckmayer-Schule auf der Baustelle der Karl-Marx-Straße bei einem Interview für den Film "Ein tiefer Blick".
  • Foto: Lucia Fischer
  • hochgeladen von Klaus Teßmann

Die Baustelle auf der Karl-Marx-Straße zieht sich langsam von Süden nach Norden und gehört inzwischen für viele zum alltäglichen Stadtbild im Bezirk. Schüler von zwei Schulen haben sich im vergangenen Jahr mit ihr beschäftigt. Innerhalb eines Kunstprojektes ist aus ihren Beobachtungen ein Film entstanden, der am 23. Januar im Passage-Kino zum ersten Mal der Öffentlichkeit vorgestellt wird.

Das Projekt wurde von der Künstlerin Lucia Fischer begleitet. „Auf die Idee ist Bettina Busse vom Kulturamt gekommen“, sagte sie. Schüler eine 5. und einer 9. Klasse habe sich für das Projekt begeistert. Von März bis November waren sie auf der Baustelle unterwegs, um einen Einblick in den Bauablauf zu bekommen. Die Jugendlichen haben mit Bauleuten und Passanten gesprochen. Im Mittelpunkt stand dabei ein Jubiläum: Am 12. Dezember wurde die Baustelle in der Karl-Marx-Straße nämlich 10 Jahre alt.

„Die älteren Schüler sollten natürlich auch für eine Berufsausbildung interessiert werden. Sie hatten auch die Aufgabe, für sich Praktikumsplätze zu organisieren“, so die Künstlerin. „Die Baufirma war sehr aktiv und hat für die Kinder viel organisiert. Sie durften sogar auf das Dach der U-Bahn klettern.“

Tiefer Einblick in Vorgänge

Die Schüler haben sich in ihrem Film mit ganz praktischen Fragen beschäftigt wie etwa damit, warum die Baustelle schon so lange besteht – oder auch, warum ein Gullydeckel rund ist. So haben sie auch erfahren, dass tief in der Erde Kabel und Leitungen liegen, die sich dort schon seit über 100 Jahren befinden. „In einer Stadt ist es sehr kompliziert, tief in die Erde hinein zu bauen“, so die Erkenntnis auch für die Künstlerin.

So ist das Filmprojekt „Ein tiefer Blick“ entstanden. Dabei beschäftigte sich eine fünfte Klasse der Konrad-Aghad-Schule mit der Baustelle an sich. Die Schüler untersuchten, was alles dazu gehört, eine Straße zu sanieren. Sie fanden heraus, welche Rohre es überhaupt sind, die im Schacht zu sehen sind. Auch fragte sie nach, wie Busse oder Krankenwagen mit der Situation fertig werden und was die Bewohner in den Häusern entlang der Baustelle über die Einschränkung denken.  

Menschen auf der Baustelle

Eine 9. Klasse der Zuckmayer-Schule beschäftigte sich genauer mit den Berufen rund um die Baustelle. Sie befragten in Videointerviews die Menschen, die auf der Baustelle arbeiten, zu ihrem Alltag.

Entstanden ist eine erfrischende Auseinandersetzung der Schüler in praktischer sowie künstlerisch-poetische Weise. Er zeigt überraschende Einblicke sowie Hintergrundinformationen über den Alltag der Baustelle, die der Öffentlichkeit weniger bekannt sein dürften.

Am Mittwoch, 23. Januar, wird der Bezirksbürgermeister Martin Hikel um 10 Uhr zusammen mit dem Fachbereich Kultur des Bezirksamts Neukölln im Passage-Kino Neukölln die Premiere des Schüler-Films „Ein tiefer Blick“ eröffnen. Der Film widmet sich vor allem dem 3. Bauabschnitt. Die Veranstaltung ist öffentlich und der Eintritt ist frei.

Autor:

Klaus Teßmann aus Prenzlauer Berg

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