Alte S-Bahn neu aufpoliert
Rund 600 Wagen der Baureihe 481 werden bis 2024 modernisiert

Susanne Henckel (Geschäftsführerin des Verkehrsverbunds Berlin-Brandenburg), Alexander Kaczmarek (Konzernbevollmächtigter der Deutschen Bahn für Berlin), Verkehrssenatorin Regine Günther, Ines Jesse (Staatssekretärin in Brandenburg) und S-Bahnchef Peter Bucher stoßen auf den ersten modernisierten Zug an.
  • Susanne Henckel (Geschäftsführerin des Verkehrsverbunds Berlin-Brandenburg), Alexander Kaczmarek (Konzernbevollmächtigter der Deutschen Bahn für Berlin), Verkehrssenatorin Regine Günther, Ines Jesse (Staatssekretärin in Brandenburg) und S-Bahnchef Peter Bucher stoßen auf den ersten modernisierten Zug an.
  • Foto: Alexander Daubitz/Deutsche Bahn
  • hochgeladen von Ralf Drescher

Die rund 360 Mitarbeiter im S-Bahnwerk Schönweide haben bis 2024 gut zu tun. Rund ein Drittel ihrer Kapazität werden sie für die Modernisierung älterer S-Bahnzüge aufwenden.

„Langlebigkeit“ heißt das Projekt der S-Bahn Berlin GmbH, in dessen Rahmen 309 Viertelzüge der Baureihen 481 modernisiert werden. Wirklich alt sind die Züge jedoch nicht, sie wurden 1997 bis 2004 bei Bombardier in Hennigsdorf und Halle gebaut.

Jetzt hat der erste modernisierte Zug die S-Bahnwerkstatt am Adlergestell verlassen und ist auf Jungfernfahrt über die Ringbahn gegangen. Bei der Modernisierung wurden die Längsträger der Wagenkästen überprüft und bei Bedarf erneuert, außerdem bekommen alle Fahrzeuge neue Sitze, die Türen erhalten einen schwarzen Türflügel – wegen er besseren Erkennbarkeit für Sehbehinderte. Im Rahmen der Modernisierung werden insgesamt 7000 Türflügel eingebaut, 5000 Videokameras zur Überwachung des Fahrgastraum installiert und 27 000 Sitzgestelle mit blauen Polstern montiert. Außerdem müssen die Handwerker der S-Bahn rund 29 000 Quadratmeter Fußbodenplatten und 32 000 Quadratmeter Bodenbelag verlegen. Um die Zuverlässigkeit zu verbessern, werden Fahrschalter und weitere elektrische Komponenten ausgetauscht. Auf den ersten Blick sehen die modernisierten Fahrzeuge im Innenraum der ab 2021 verkehrenden Baureihe 484 ähnlich, es wurde das gleiche Design verwendet. Im Vorfeld der Modernisierung hatte die S-Bahn Berlin GmbH rund 50 000 Ingenieursstunden in das Projekt investiert und die Schleif- und Klebehalle in Schöneweide für rund zwei Millionen Euro ausgebaut. Die Kosten von rund 250 Millionen Euro für das „Langlebigkeitsprogramm“ teilen sich Berlin und Brandenburg. Bei der S-Bahn rechnet man mit einer weiteren Laufzeit von bis zu 15 Jahren.

Vor rund zehn Jahren hatten Probleme mit den Fahrzeugen der Baureihe 481 zu einer S-Bahnkrise geführt. Nachdem am 1. Mai 2009 ein Zug in Kaulsdorf nach einem Radbruch entgleist war, hatte das Eisenbahnbundesamt die Stilllegung von 170 Viertelzügen der Baureihe angeordnet. Durch dann fällige Werkstattaufenthalte kam es zu starken Beeinträchtigungen des S-Bahnverkehrs, einige Linien verkehrten im Juli 2009 nur noch alle 20 Minuten und die Linien S 85 und S 45 fielen zeitweise komplett aus.

Autor:

Ralf Drescher aus Lichtenberg

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