Rettung für den alten Wasserturm
Rund fünf Millionen Euro werden in historische Bahnbauten investiert

Architekt Michael Richter und Eisenbahnexperte Holger Bajohra betrachten die historische Inschrift am Wasserturm.
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Am Betriebsbahnhof Schöneweide ist die Dampflokzeit noch allgegenwärtig. Rund um den über 100 Jahre alten Lokschuppen haben die Dampflokfreunde Berlin ihren Sitz. Dort sind jetzt die Bauleute angerückt.

Sie sanieren den 1906 erbauten historischen Wasserturm. Der war errichtet worden, um die im Betriebswerk Schöneweide stationierten Dampfloks mit Wasser für die Kessel versorgen zu können. Rund 250 Kubikmeter Wasser hatten im Stahltank im Innern des Turms Platz.

„Wir konnten das frühere Bahnbetriebswerk bereits 2018 von der Deutschen Bahn kaufen und haben sofort Fördermittel für die Sanierung der denkmalgeschützten Bauten beantragt“, erklärt Holger Bajohra von den Dampflokfreunden. Der Verein lebt regelrecht Eisenbahngeschichte, er erhält historische Fahrzeuge und Wagen. Zugpferd im wahrsten Sinn des Wortes ist eine betriebsbereite Güterzugdampflok BR 52 von 1944.

„Der Wasserturm steht unter Denkmalschutz, wir wollen den historischen Zustand wieder herstellen. Dafür wird die Kunststoffverkleidung aus DDR-Zeiten entfernt und die alte Putzfassade wieder hergestellt. Auch der alte Schriftzug soll wieder sichtbar werden. Die Dachpappe wird entfernt und die Turmkrone wieder wie 1906 mit Schiefer eingedeckt“, erklärt Architekt Michael Richter, der die Sanierungsarbeiten als Denkmalfachmann betreut.

Allein die Restaurierung des Wasserturms ist mit 1,2 Millionen Euro veranschlagt, bis 2026 rechnen die Dampflokfreunde mit rund 5,3 Millionen Euro, die unter anderem auch in die Erneuerung des mächtigen Ringlokschuppens fließen. Ein großer Teil ist durch Fördermittel von Bund und Land im Rahmen der Denkmalförderung abgesichert. „Wir müssen aber pro Jahr 40 000 bis 50 000 Euro an Eigenmitteln des Vereins beisteuern. Das Geld bringen wir unter anderem durch Veranstaltungen, durch Spendenaktionen und durch Vermietung von Gebäuden und Fahrzeugen an Filmunternehmen auf“, informiert Holger Bajohra.

Ende dieses Jahres, spätestens im Frühjahr 2021, soll der alte Wasserturm fertig sein. Das Bauwerk kann dann zu Veranstaltungen besichtigt werden. Eine anderweitige Nutzung ist wegen fehlender Fluchtwege kaum möglich. In einem Anbau könnte aber ein Café untergebracht werden. Dort sind dann auch die Reste der technischen Ausstattung, zum Beispiel einige Pumpen, zu sehen. „Der Wasserturm ist aber eine wichtige Landmarke, an dem man unser Betriebswerk schon von Weitem erkennt“, freut sich Holger Bajohra.

Wer die Dampflokfreunde Berlin bei der Unterhaltung des vier Hektar großen Areals und der historischen Fahrzeuge unterstützen möchte, der kann das durch Spenden tun. Oder durch einen Besuch des Frühlingsfests am 25. und 26. April oder zum Dampflokfest im September und natürlich auch durch den Kauf von Tickets für eine der regelmäßigen Bahnfahrten mit der historischen Technik.

Wissenswertes: www.berlin-macht-dampf.com

Autor:

Ralf Drescher aus Lichtenberg

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