Fußgängertunnel bleibt noch immer zu
Zuständige Senatsverwaltung verweist auf zusätzliche Arbeiten zur Stromversorgung

Im Frühjahr 2019 wurden vereinzelte Bauarbeiter gesehen. Derzeit ruht das Bauvorhaben.
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Wie oft habe ich über den 2016 bei einem Brand beschädigten Fußgängertunnel am Bahnhof Schöneweide geschrieben? Ich weiß es nicht mehr.

Die Abgeordnetenhausmitglieder Stefan Förster (FDP) und Lars Düsterhöft (SPD), beide aus dem Bezirk, fragen bei der zuständigen Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz immer wieder mal nach. Nun war der Sozialdemokrat, der seinen Wahlkreis selbst in Oberschöneweide hat, wieder an der Reihe. Und die Antwort fällt sehr unbefriedigend aus. Düsterhöft hatte unter der Überschrift „Schrecken ohne Ende – wann wird der Fußgängertunnel endlich eröffnet?“ Ende Mai nachgefragt. Die Antwort kam von Verkehrsstaatssekretär Ingmar Streese, der bereits in den Vorjahren mehrmals zu dieser Problematik informieren musste. „Die zusätzlichen Planungsleistungen für die Wiederherstellung der Tunneldecke konnten abgeschlossen werden. Nach vollständiger Freilegung der Tunneldecke wurde festgestellt, dass sich dort bisher unbekannte bauliche und elektrotechnische Einbauten befunden haben. Bezüglich der elektrotechnischen Einbauten wurden Abstimmungen mit dem Energieversorger und zusätzliche Arbeiten für einen funktionsfähigen Stromanschluss erforderlich. Aufgrund weiterhin bestehendem Klärungsbedarf bezüglich der Kabelsituation konnten die Planungen dazu bislang nicht abgeschlossen werden und weitere Verzögerungen sind eingetreten“, schreibt Ingmar Streese in seine Antwort.

Im weiteren gibt der Politiker zu, dass die Arbeiten derzeit tatsächlich ruhen. Die konkrete Frage des Abgeordneten, wann der Tunnel geöffnet werden soll, beantwortet Streese nicht. Noch zu Beginn des Jahres war die Senatsverwaltung von einer Verkehrsfreigabe im Sommer ausgegangen. „In Abhängigkeit von den elektrotechnischen Voraussetzungen seitens des Stromnetzbetreibers wird angestrebt, die Stromversorgung möglichst im dritten Quartal 2020 fertigzustellen und die Folgegewerke – Beleuchtung, Tunneldecke, Pumpen – zu terminieren“, so Streese in seinem Schreiben. Und dann gibt er noch an, dass das Bauvorhaben noch einmal teurer wird. Die noch im Frühjahr 2019 mit rund 300 000 Euro angesetzten Sanierungskosten würden um zehn bis 15 Prozent überschritten. Einen Abbruch der Arbeiten, weil der Bahnhofsbereich ohnehin in wenigen Jahren umgebaut und Fußgängerströme dann über neue Ampelanlagen ebenerdig geführt werden, lehnt die verantwortliche Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz ab.

Der 1972 erbaute Fußgängertunnel war Weihnachten 2016 bei einem Feuer nach Brandstiftung an der Habe eines Obdachlosen stark beschädigt worden. Mit dem Tunnel hat die Senatsverwaltung wahrlich kein Glück. Allein in den Jahren 2006 bis 2016 mussten 877 000 für den Erhalt und die Reparatur von Vandalismusschäden aufgewendet werden. Im Bezirk schüttelt man über das Agieren der Verantwortlichen im Senat nur noch den Kopf. „Als der Tunnel 1972 gebaut wurde, hat ein gutes Jahr bis zur Fertigstellung gereicht. Was die Senatsverwaltung unter Regine Günther (Grüne) heute hier abliefert, ist nur ein Armutszeugnis. Wahrscheinlich ist man durch die Planung von Fahrradschnellwegen und Pop-up-Radwegen stark überlastet“, ärgert sich FDP-Abgeordneter Stefan Förster.

Im Frühjahr 2019 wurden vereinzelte Bauarbeiter gesehen. Derzeit ruht das Bauvorhaben.
Das Sperrschild am Tunneleingang feiert in sechs Monaten seinen vierten "Geburtstag".
Autor:

Ralf Drescher aus Lichtenberg

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