Haus aus Holz und Lehm
Im Museumsdorf Düppel soll in wenigen Jahren ein Mehrfunktionsgebäude entstehen

Marcus Geschke, Leiter des Museumsdorfs, hofft, dass in rund drei Jahren der Grundstein für das neue Mehrfunktionshaus gelegt werden kann. Im Hintergrund ist einer der betagten Container zu sehen.
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  • Marcus Geschke, Leiter des Museumsdorfs, hofft, dass in rund drei Jahren der Grundstein für das neue Mehrfunktionshaus gelegt werden kann. Im Hintergrund ist einer der betagten Container zu sehen.
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Im Museumsdorf Düppel sind noch immer die Container aus der Gründungszeit des Dorfes um 1975 im Einsatz. Ein Neubau soll endlich Abhilfe schaffen.

Wer das weitläufige Gelände an der Clauertstraße betritt, steht in einem mittelalterlichen Dorf. Es gibt handwerkliche Vorführungen, eine interaktive Ausstellung, Felder und Wiesen, alte Apfelsorten und rückgezüchtete Weideschweine aber auch noch die alten Container.

Berliner SPD stellt Forderung auf

Jetzt gibt es Hoffnung, dass sie bald ausgedient haben. Die Berliner SPD hat Ende März einen Antrag verabschiedet,in dem die Mitglieder des Senats und des Abgeordnetenhauses aufgefordert werden, "für die Errichtung eines Mehrfunktionsgebäudes im Museumsdorf Düppel, unter dem Dach des Stadtmuseums Berlin, zeitnah die rechtlichen und finanziellen Voraussetzungen zu schaffen".

Die konzeptionellen Voraussetzungen vonseiten des Dorfes sind bereits vorhanden. Marcus Geschke, Leiter im Museumsdorf, und seine Mitarbeiter haben 2018 ein Betriebskonzept vorgelegt. „Es geht darum, den Standort zu entwickeln, und dazu gehört natürlich auch ein Neubau, der die Container ersetzen soll“, sagt Geschke.

In den betagten Blechgebäuden sowie Holzhäusern aus dem Baumarkt und anderen Provisorien, die im Lauf der Jahre hinzu kamen, ist derzeit noch alles untergebracht – von der Ausstellung über die Büros und Unterkünfte der Mitarbeiter, von den Geräten und Maschinen bis zur Bibliothek und Tischlerei. „Die Container zersiedeln das Gelände, sind nicht isoliert, verursachen hohe Heizkosten und stehen bei Starkregen im Wasser“, erzählt Geschke.

Für den Neubau gibt es konkrete Ideen. Ein Mehrfunktionsgebäude mit einer Nutzfläche von rund 1200 Quadratmetern soll es werden, errichtet aus recycelbaren Materialien wie Holz und Lehm. Betrieben werden könnte das Gebäude mit Solarenergie und Geothermie. „Darin sollen die Büros und Sanitäreinrichtungen untergebracht werden, der Kassenbereich, ein Café, der Museumsshop, die Bibliothek, Räume für Workshops und andere Veranstaltungen, die Dauerausstellung und Sonderausstellungen“, berichtet Geschke. Er weiß auch schon des besten Standort für den Neubau: am südlichen Ende des Geländes. „Dort ist die höchste Stelle, Feuchtigkeit nach Regen ist kein Thema.“ An den Planungen sind übrigens auch Studenten der Technischen Universität beteiligt. Sie entwickeln mögliche Modelle für den Neubau.

Geschke hofft jetzt, dass die Finanzierung bald steht. Die geschätzten Kosten liegen bei fünf bis zehn Millionen Euro. „Vielleicht könnte in rund drei Jahren der Grundstein gelegt werden.“ Zeit wäre es längst, denn bereits 1995 sollten nach einem Beschluss des Senats die Container verschwinden.

Das ganze Jahr geöffnet

Die Forderung nach einem funktionalen Neubau kommt nicht von ungefähr, denn in fünf Jahren soll das Museumsdorf nicht nur von März bis Oktober, sondern das ganze Jahr über öffnen, so das Ziel des Stadtmuseums, zu dem das Dorf gehört. Spätestens dann wird ein festes Gebäude gebraucht. Die Besucherzahlen sprechen für das Vorhaben. Waren es 37 000 in 2016, stieg die Zahl in 2017 auf 47 000 und lag im vergangenen Jahr bei 55 000.

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