Am Wochenende autofrei?
Havelchaussee: SPD ist für temporäre Sperrung – Die Linke will eine Fahrradstraße

Der marode Radweg an der Havelchaussee wird von Radfahrern kaum genutzt. Sie weichen auf die intakte Straße aus.
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  • Der marode Radweg an der Havelchaussee wird von Radfahrern kaum genutzt. Sie weichen auf die intakte Straße aus.
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Die Badestellen entlang der Havelchaussee sind beliebte Ausflugsziele für die Berliner. An den Wochenenden wird es hier eng. Und das nicht nur am Wasser. Die vielen Ausflügler kommen mit den Rad oder dem Auto – das sorgt für Konflikte.

Die Havelchaussee ist die einzige Zufahrtsstraße zu den Badestellen. Weil der Radweg schmal und kaputt ist, weichen die Radler lieber auf die intakte Autospur aus. Hier herrscht eigentlich Tempo 30. Allerdings hält sich nicht jeder Autofahrer daran und es kommt regelmäßig zu gefährlichen Begegnungen zwischen Rad- und Autofahrern. In einer Online-Petition wird daher die Umwandlung der Havelchaussee zur Fahrradstraße gefordert. Seit Mai haben sich über 4000 Menschen der Petition angeschlossen.

Sperrung am Wochenende
im Frühjahr und Sommer

Die SPD-Fraktion der Steglitz-Zehlendorfer Bezirksverordnetenversammlung (BVV) lehnt eine dauerhafte Umwidmung zur Fahrradstraße ab. „Es geht uns nicht darum, den Autofahrern das Leben schwer zu machen, sondern ganz konkret um die Abwendung von Gefahrensituationen“, erklärt der Fraktionsvorsitzende Norbert Buchta. Seine Fraktion hat daher einen Antrag in die BVV eingebracht, nachdem die Havelchaussee auf dem Abschnitt zwischen Postfenn und Kronprinzessinnenweg für den privaten Fahrzeugverkehr gesperrt werden soll – aber nur im Frühjahr und Sommer, und dann auch nur an Wochenenden und Feiertagen. Die an der Straße gelegenen Restaurants und Hotels müssten allerdings erreichbar bleiben. Das heißt, dass Gewerbefahrzeuge, Taxis und natürlich auch die BVG die Straße weiter nutzen dürfen. Der Takt der Busse soll zudem verdichtet werden.

Mit dem Pendel-Bus zum Baden

„Ich bin selbst oft mit dem Auto auf der Havelchaussee unterwegs“, sagt Buchta. Ihm sei bewusst, dass dieser Schritt für viele Berliner auch eine Umstellung ihrer liebgewonnenen Gewohnheiten bedeutet. Doch der jetzige Zustand sei nicht mehr haltbar. Die Havelchaussee würde sich gut als autofreie Straße anbieten. Für die Anfahrt zum Baden könnte die BVG mit der Einrichtung einer eigenen Pendel-Buslinie mit behindertengerechten Fahrzeugen beauftragt werden.

Fahrradfahren ist keine Schönwetter-Beschäftigung

Der Linksfraktion der Charlottenburg-Wilmersdorfer BVV geht der Antrag der Bezirkspolitiker des Nachbarbezirks hingegen nicht weit genug. Fahrradfahren sei schon lange keine saisonale Schönwetter-Beschäftigung mehr, teilt die Fraktion mit. „Die Havelchaussee muss dauerhaft und konsequent für den motorisierten Durchgangsverkehr gesperrt werden und Radfahrern und Fußgängern zurückgegeben werden“, findert Fraktionsmitglied Frederike-Sophie Brunner. So werde die Straße für alle sicher und zudem ein wichtiger Beitrag für die klimagerechte Stadt geleistet.

Auch die Linken aus Charlottenburg-Wilmerdorf schlagen vor, öffentliche Verkehrsmittel öfter fahren zu lassen, damit Ausflügler und Familien ohne Rad die Ausflugslokale, Havelstrände und den Grunewald erreichen können. Darüber hinaus sollten die Park-and-Ride-Möglichkeiten am Rasthof Grunewald und dem Dreieck Funkturm ausgebaut werden.

Der marode Radweg an der Havelchaussee wird von Radfahrern kaum genutzt. Sie weichen auf die intakte Straße aus.
Die Havelchaussee soll autofrei werden.
Autor:

Karla Rabe aus Steglitz

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