Steffen Blunk in der Galerie Schöne Weide
Ausstellung zu Flucht und Vertreibung

Steffen Blunk anonymisiert die Menschen in seinen Bildern mit dem Stechbeitel.
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  • Steffen Blunk anonymisiert die Menschen in seinen Bildern mit dem Stechbeitel.
  • Foto: Ralf Drescher
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Seit Anfang des Jahres bietet die Galerie Schöne Weide ortsansässigen Künstlern ein Podium. Jetzt sind Bilder von Steffen Blunk zu sehen.

Dieser ist freischaffender Maler, hat einmal Journalistik studiert und für die Märkische Oderzeitung gearbeitet. Ab 2009 hat er an der Akademie für Malerei studiert, seit 2011 arbeitet er im Atelier auf dem Areal des früheren Transformatorenwerks. In seiner neue Ausstellung „Vertreibung aus dem Paradies“ thematisiert Blunk das Alltagsthema Flucht und Vertreibung.

Motive wie „Feuersturm“ werden auf Holz gemalt, Vorlagen sind oft bekannte Fotos. Die Bilder zeigen die Auswirkungen der Bombenangriffe auf Nürnberg, die Verbrennung der Leichen nach schweren Angriffen auf Dresden im Februar 1945 oder Soldaten im Einsatz in Afghanistan und Bombenangriffe auf Bagdad. Eine Besonderheit haben Blunks Bilder. Den dargestellten Menschen fehlt die Struktur. Sie werden zwar mitgemalt, aber später mit dem Stechbeitel aus dem Holz heraus geschlagen. Auf diese Weise werden die Opfer von Flucht und Vertreibung anonymisiert. „Die Kriege in Vergangenheit und Gegenwart sind menschliche Katastrophen, ob Flüchtlinge im 2. Weltkrieg oder aus Syrien macht für mich keinen Unterschied“, erklärt Steffen Blunk. Seine Bilder haben Titel wie „Irgendwo ist immer Krieg“ und „Die Rückeroberung des Paradieses“. Auf einem finden sich Kriegsflüchtlinge aus dem Irak mit Deutschen wieder, die Anfang 1945 vor der nahen Front aus Ostpreußen fliehen.

Im zweiten Teil der Ausstellung werden Mode, Akt und Erotik thematisiert, ebenfalls mit dem Stechbeitel anonymisiert. „Auch hier muss der Betrachter jedes Motiv für sich selbst ergänzen“, erklärt Steffen Blunk.

Die Galerie Schöne Weide gibt es seit Januar dieses Jahres. Sie verdankt ihr entstehen dem privaten Engagement des Arztes Michael Fritsch, der seit seiner Studentenzeit in Schöneweide lebt. Bisher gab es fünf Ausstellungen, darunter auch von den Fotografen Georg Krause und Jan Tyrel, die von über 1200 Besuchern gesehen wurden. Derzeit wird das Galerieprogramm für 2019 erarbeitet.

Die Ausstellung von Steffen Blunk in der Galerie Schöne Weide, Wilhelminenhofstraße 48a, wird am 26. Oktober um 19 Uhr eröffnet. Sie ist bei freiem Eintritt bis 8. Dezember zu sehen, Donnerstag bis Sonnabend von 12 bis 18 Uhr.

Autor:

Ralf Drescher aus Lichtenberg

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