Für die Problemimmobilie an der Prenzlauer Allee gibt es jetzt ein Konzept

Staatssekretär Florian Pronold (links) und der Pankower Wahlkreisabgeordnete Klaus Mindrup (rechts) lassen sich bei Nieselregen vom Sprecher der Berlinovo-Geschäftsführung, Roland J. Stauber, über das Grundstück führen.
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Pankow. Für die Zukunft des Gebäudekomplexes an der Prenzlauer Promenade 149-152 gibt es jetzt ganz konkrete Pläne. Zum einen soll aus den hiesigen Künstlerateliers das Projekt „Kunstmaschine“ werden, zum anderen werden Wohnungen für Studenten entstehen. Schließlich wird der Bezirk auf dem Gelände eine Kita neu bauen.

Über diese Vorhaben informierten sich vor wenigen Tagen der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit, Florian Pronold und der Pankower Bundestagsbauexperte Klaus Mindrup (beide SPD) bei einem Vorort-Termin.

Die Berlinovo wird etwa 310 Studentenwohnungen in einem Neubau errichten. Diese sollen mit Förderung aus dem neuen Bundesmittelprogramm „Variowohnungen“ entstehen. Das sind Wohnmodule, die sich leicht zu Gebäuden zusammensetzen lassen.

Ein Modul besteht aus einem Hauptraum mit mindestens 16 Quadratmetern Wohnfläche. Zusätzlich gibt es ein Bad, eine Küchenzeile und einen Flur. Die Warmmiete ist mit 315 Euro auf Jahre festgeschrieben. Der Vorteil der Variowohnungen ist, dass sie sich leicht zu Zwei- oder Drei-Zimmer-Wohnungen umbauen lassen. Damit kann Platz für Wohngemeinschaften oder Studentenfamilien entstehen.

Wenn die für das Projekt benötigten Fördermittel vom Bundesbauministerium bewilligt sind, werde man die entsprechenden Bauanträge beim Bezirksamt einreichen, so der Sprecher der Berlinovo-Geschäftsführung, Roland J. Stauber. Vorgesehen ist, dass die Variowohnungen innerhalb der nächsten zwei Jahre entstehen.

Im Zusammenhang damit wird außerdem das Bestandsgebäude zum Atelierprojekt „Kunstmaschine“ umgebaut. Weiterhin wird dem Bezirk auf dem Grundstück eine Fläche für den Bau einer neuen Kita mit 90 Plätzen zur Verfügung gestellt.

Das langgezogene Grundstück an der Prenzlauer Promenade hat eine wechselvolle Geschichte. Das Gebäude wurde in den 80er-Jahren als Diplomatenhotel gebaut, doch als solches es nie genutzt. Stattdessen wurde es an die Akademie der Wissenschaften der DDR übergeben. Anfang der 90er-Jahre zogen die Wissenschaftler aus. 2004 ging die leerstehende Immobilie an den Liegenschaftsfonds. Der beschloss, Räume an Künstler zu vermieten.

Doch Anfang des Jahrzehnts wollte er sich vom Komplex trennen. Gemäß der neuen Liegenschaftspolitik des Senats war eine Veräußerung an ein Wohnungsunternehmen im Gespräch. Als diese Pläne bekannt wurden, machten die etwa 70 Künstler, die aktuell im Atelierhaus arbeiten, dagegen mobil. Auch die Bezirksverordnetenversammlung nahm sich des Themas an. Die Mehrheit der Verordneten stellte sich an der Seite der Künstler und fasste einen Beschluss zum Erhalt des Atelierhauses.

Nach langem Hin und Her schloss sich auch der Senat dieser Position an. Anfang 2015 entschied er, die Immobilie an die landeseigene Immobiliengesellschaft Berlinovo mbH zu übertragen. Diese sollte es zu einem „Leuchtturmprojekt gegen Wohnungsknappheit und Ateliersterben“ entwickeln.

Staatssekretär Florian Pronold lobt das Projekt. Er sicherte zu, dass das Förderprogramm „Variowohnungen“ in Kürze startet. Dafür stellt das Bundesbauministerium deutschlandweit 120 Millionen Euro aus seinem Zukunftsinvestitionsprogramm zur Verfügung. BW

Autor:

Bernd Wähner aus Pankow

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