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Grüne lehnen ein neues Einkaufszentrum auf dem früheren Güterbahnhof ab

Seit zehn Jahren verhandeln Senat, Bezirk und Eigentümer über die Bebauung des ehemaligen Güterbahnhofs Pankow.

Das Projekt, das den Namen Pankower Tor trägt, wäre eines der größten kompakten Bauvorhaben im Bezirk, wenn es denn endlich begonnen wird. Doch immer wieder gerät dieses Projekt ins Stocken. Eigentümer der Fläche ist seit Ende 2009 die KGG Krieger Grundstücksgesellschaft. Sie plant an der Berliner Straße/Granitzstraße ein neues Einkaufszentrum und westlich der Prenzlauer Promenade zwei Möbelhäuser sowie einen Fachmarkt. Weiterhin vorgesehen sind der Bau zweier Schulen und von bis zu 1500 Wohnungen.

Auf diese Rahmenbedingungen haben sich die drei Verhandlungspartner bereits vor einigen Jahren geeinigt. Dass es immer noch nicht vorangeht, liegt an noch ausstehenden Gutachten vor allem zum Thema Verkehr. Dem Kreisverband Bündnis 90/Die Grünen reicht das langjährige Hin und Her. Auf seiner jüngsten Mitgliederversammlung beschäftigte er sich ausführlich mit dem Thema. Nach seiner Meinung sind riesige Einkaufszentren heute nicht mehr zeitgemäß. Einzelhandel und Gewerbebetriebe sollten stattdessen in die Wohnbebauung integriert werden.

Deshalb fordern die Pankower Grünen, dass deutlich mehr Wohnungen auf der Fläche gebaut werden, und zwar etwa doppelt so viele. Auf das Einkaufszentrum sollte indes verzichtet werden. „Die Entwicklung des Geländes sollte in erster Linie die gesamtstädtischen Interessen verwirklichen und nicht nur die des Eigentümers“, sagt die Kreisvorsitzende Constanze Siedenburg. „Berlin und Pankow brauchen vor allen Dingen Wohnungen und Schulen. 3000 Wohnungen könnten auf der Fläche nach Berechnungen des Berliner Senates entstehen.“

Und die BVV-Fraktionsvorsitzende Cordelia Koch ergänzt: „Sollten die jetzigen Verhandlungen zwischen Bezirk, Land Berlin und dem Investor wieder zu keiner Einigung führen, dann muss auch darüber nachgedacht werden, die Fläche von dem Eigentümer anzukaufen, damit es auf dem Gelände endlich im Sinne Berlins vorangeht.“ Fakt ist, dass auch den anderen Parteien die Entwicklung des Pankower Tors unter den Nägeln brennt. Noch ist allerdings unklar, ob sie dem Vorstoß der Grünen folgen werden.

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