Am Runden Tisch einen Konsens erzielen
Vor "Verständigungsgesprächen" – Bürgermeister besuchte den Grünen Kiez

Bürgermeister Sören Benn (rechts) traf sich im grünen Innenhof mit Vertretern der Bürgerinitiative Grüner Kiez.
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  • Bürgermeister Sören Benn (rechts) traf sich im grünen Innenhof mit Vertretern der Bürgerinitiative Grüner Kiez.
  • Foto: Ulrich Weller
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Das Partizipationsverfahren der Wohnungsbaugesellschaft Gesobau zur geplanten Nachverdichtung im Wohnquartier an der Kavalierstraße/ Ossietzkystraße/ Am Schlosspark/ Wolfshagener Straße führte bisher zu keinen zufriedenstellenden Ergebnissen.

Deshalb beschloss die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) im Juni, dass das Bezirksamt „Verständigungsgespräche“ mit den Beteiligten initiieren soll, in denen über eine mögliche Nachverdichtung „konsensorientiert“ beraten wird. An diesen Gesprächen sollten drei Vertreter der Bürgerinitiative Grüner Kiez, je zwei aus dem Bezirksamt und der BVV, zwei der Gesobau sowie zwei Vertreter aus Senatsverwaltungen teilnehmen. Ziel müsse es sein, eine Einigung über eine sozial- und klimagerechte Nachverdichtung in diesem Wohnquartier zu finden. Denn seit über einem Jahr gibt es über Art und Umfang der von der Gesobau geplanten Bebauung Streit.

Sowohl die Anwohner als auch die Mehrheit der Verordneten finden die geplanten 155 bis 175 Wohnungen, die die Gesobau im Innenhof des Wohnblocks errichten will, zu massiv. Die „Verständigungsgespräche“ sind quasi ein Runder Tisch, den Bürgermeister Sören Benn (Die Linke) moderiert. Um sich ein Bild von der Situation und den Befindlichkeiten der Anwohner zu machen, besuchte der Bürgermeister kürzlich an einem Sonntagnachmittag Vertreter der Bürgerinitiative (BI) Grüner Kiez. Diese gründete sich im Frühjahr vergangenen Jahres, nachdem die Baupläne der Gesobau für das Quartier bekannt wurden.

„Wir Anwohner hatten Kaffee, Kuchen und Quiche vorbereitet. Sieben Vertreterinnen und Vertreter der BI waren da“, so Weller weiter. „Es entwickelte sich eine rege Diskussion über zeitgemäße Stadtplanung, ökologisches Bauen, die Wichtigkeit von Freiflächen in Zeiten der Aufheizung der Städte und der Pandemien.“ Auch über den Baudruck auf die Wohnungsbaugesellschaften, wurde gesprochen, der wohl von der Politik ausgehe, wie eine Anwohnerin anmerkte.

Sören Benn zeigte sich indes beeindruckt vom Engagement der Kiezbewohner, vor allem auch von den „Klimakonzerten bei Ossietzky“. Diese veranstalten die Anwohner seit nunmehr vier Monaten immer sonntags um 17 Uhr. Am letzten Augustsonntag kam sogar Andrej Hermlin mit seinem Swing Dance Orchestra.

Bäume und Spielplätze sollen weichen

Doch dann wurde intensiv über das konkrete Bauvorhaben der Gesobau diskutiert. Dem sollen nicht nur Bäume im Innenbereich des Quartiers, sondern auch zwei Spielplätze, die von insgesamt sechs Kitas aus dem Kiez genutzt werden, zum Opfer fallen. Die Anwohner fragen sich vor allem auch, warum das Land Berlin nicht noch mehr auf die Planungen der Gesobau Einfluss nimmt, wenn erkennbar ist, dass es Konflikte mit Anwohnern wie im Grünen Kiez gibt. Schließlich sei die Wohnungsbaugesellschaft hundertprozentige Tochter des Landes Berlin.

Zwei Stunden Zeit nahm sich der Bürgermeister für sein Gespräch mit den Vertretern der Bürgerinitiative. „Er hat sehr offen und ehrlich mit uns über alle Themen gesprochen“, resümiert Ulrich Weller. Nun sind die Anwohner gespannt, was bei den „Verständigungsgesprächen“ herauskommt. Diese sollen alle vier Wochen stattfinden. Vorgeschlagen sind zunächst sechs.

Bürgermeister Sören Benn (rechts) traf sich im grünen Innenhof mit Vertretern der Bürgerinitiative Grüner Kiez.
Sören Benn (Zweiter von rechts) traf sich im grünen Innenhof mit Vertretern der Bürgerinitiative Grüner Kiez.
Autor:

Bernd Wähner aus Pankow

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