Nur ein Provisorium
Die Gemeinde der Alten Pfarrkirche will bis 2021 eine neue Orgel anschaffen

Rudite Livmane-Lindenbeck an der provisorischen Orgel.
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Die Alte Pfarrkirche auf dem Pankower Dorfanger ist zwar in den vergangenen Jahren saniert worden, aber ein Mosaikstein fehlt noch: die neue Orgel in der Kirche.

Die derzeitige Orgel sei eigentlich nur ein Provisorium, sagt die Kirchenmusikerin Rudite Livmane-Lindenbeck. Sie wurde in den 1960er-Jahren für ein Orgelfestival in Brandenburg-Görden gebaut. Das sollte 1972 stattfinden, wurde dann aber abgesagt. Seinerzeit brauchte aber die Gemeinde Alt-Pankow gerade einen Ersatz für ihre frühere Orgel. Diese war im Zweiten Weltkrieg stark beschädigt worden und versagte trotz einiger Rettungsversuche Anfang der 70er-Jahre ihren Dienst.

Für einen Orgelneubau fehlte der Gemeinde jedoch das Geld. Die nagelneue Orgel aus Brandenburg kam da gerade richtig. „Allerdings passte die nie so richtig in unsere Kirche“, sagt Rudite Livmane. Das Instrument ist für neue Musik konzipiert worden, ihr fehlen die tiefen Register und sie ist so klein, dass sie nicht in der gesamten Kirche ihren Klang entfalten kann. Hinzu kommt, dass das Instrument sehr anfällig ist und immer wieder repariert werden musste.

Aus diesen Gründen versucht die Gemeinde seit Jahren, dieses Provisorium zu ersetzen. Um das zu erreichen, hat sich 2015 die „Orgelkommission Alt-Pankow“ gegründet. Deren Ziel ist es, ein neues Instrument, das an die Bauweise der ursprünglichen Orgel von Carl August Buchholz angelehnt ist, in der Pankower Kirche aufzubauen. Ein Experte für den Bau ist bereits gefunden: der Dresdener Orgelbauer Kristian Wegscheider. Er ist ein ausgewiesener Experte für Buchholz-Orgeln. In Europa untersuchte er bereits zwölf noch erhaltene und restaurierte zahlreiche weitere Instrumente in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern.

Die neue Orgel wird etwa 680 000 Euro kosten. Ein Teil wird mit Denkmalschutz-Fördermitteln, ein weiterer durch das Konsistorium finanziert. Aber auch die Gemeinde muss einen Teil der Kosten aufbringen. „Deshalb veranstalten wir in den nächsten Monaten Benefizkonzerte“, so Ulrike Queißner von der Orgelkommission. Das nächste findet unter dem Motto „Flöten für Pfeifen“ am 23. März um 19.30 Uhr statt. Das Blockflötensextett der Musikschule Pankow spielt an diesem Abend Werke alter Meister aus dem 16. bis 18. Jahrhundert. Und die Blockflöten dieser Musikerinnen sind außergewöhnlich. Die längste misst 2,14 Meter. Nach dem Konzert wird Orgelbaumeister Kristian Wegscheider einen Vortrag halten. Er erklärt auf unterhaltsame Art, wie eine Orgel überhaupt funktioniert und wie sie gebaut wird.

Geplant ist, dass mit dem Neubau der Orgel für die Alte Pfarrkirche noch in diesem Jahr in Wegscheiders Werkstatt begonnen wird. Anfang 2020 wird dann die bisherige Orgel aus der Kirche entfernt. Sie geht als Spende an die Evangelisch-Lutherische Gemeinde in Puschkin/St. Petersburg. Danach finden vorbereitende Arbeiten auf der Empore der Kirche statt, ehe 2021 die neue Orgel eingebaut werden kann. Sie soll zum 225. Geburtstag von Carl August Buchholz eingeweiht werden.

Weitere Informationen auch zu Spendenmöglichkeiten finden sich auf orgel.alt-pankow.de/neu.

Autor:

Bernd Wähner aus Pankow

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