Denkmalschutz für Mauerreste
Grüne wollen noch vorhandene Rudimente erhalten

Am Grundstück an der Schulzestraße 22 sind noch kleine Reste der Berliner Mauer zu finden.
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  • Am Grundstück an der Schulzestraße 22 sind noch kleine Reste der Berliner Mauer zu finden.
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Die noch vorhandenen Reste der Berliner Mauer an der Bahntrasse nördlich des Bahnhofs Wollankstraße sollen geschützt werden. Das fordert die Fraktion Bündnis 90/ Die Grünen in der Bezirksverordnetenversammlung (BVV).

Diese Mauerreste sind zwar eher unscheinbar. Aber unter Historikern gelten sie als besonders schützenswert. Denn in diesem Bereich ist auch das Umfeld der früheren Grenzanlagen mitsamt Baufluchten seit 1989 fast unverändert. Geschützt sind die Mauerreste bisher allerdings nicht.

Die Fraktion von Bündnis 90/ Die Grünen fordert daher, die „Fragmente der Grenzsicherungsanlange“ zwischen Bahnhof Wollankstraße und Schulzestraße 22 in die Denkmalliste aufzunehmen. Dazu gehören unter anderem der ehemalige Kolonnenweg und die Lichtmasten. In ihrem Antrag schlagen die Bündnisgrünen außerdem vor, in Zusammenarbeit mit der Stiftung Berliner Mauer in diesem Bereich Informationstafeln oder Stelen aufzustellen. Gerade an dieser Stelle sei plastisch nachvollziehbar, wie scharf der Grenzstreifen die beiden Stadthälften voneinander trennte und wie eng die Mauer oft zwischen der Bebauung in beiden Stadthälften verlief, heißt es in der Begründung des Antrags.

Wie dringend beim Denkmalschutz für noch vorhandene Reste der Berliner Mauer nachgebessert werden muss, hat der Abriss des größten Teils der Hinterlandsicherungsmauer an der Maximilianstraße/ Dolomitenstraße im Frühjahr 2020 gezeigt. „Das wurde in den Medien heftig kritisiert, sogar in der internationalen Fachpresse“, sagt die kulturpolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion Verena Sich. Erst kürzlich konnten dort noch fünf der verbliebenen Elemente der Mauer unter Denkmalschutz gestellt werden. Neben anderen hatte sich der renommierte Historiker und Pankower Bernd Hoppe dafür eingesetzt und dabei auch auf die Bedeutung der ehemalige Grenzanlage am S-Bahnhof Wollankstraße hingewiesen.

Sich wünscht sich außerdem, dass der ehemalige Grenzstreifen an der Schulzestraße gemeinsam mit anderen Pankower Orten der Zeitgeschichte, wie dem sowjetischen Ehrenmal Schönholz, dem Schloss Schönhausen und dem Majakowskiring künftig auch als Tour vom Pankower Tourist Information Center beworben oder in die App Berlin History aufgenommen wird.

Nach Beratung im Ausschuss für Stadtentwicklung und Grünanlagen wird die BVV in ihrer Sitzung am 24. März darüber entscheiden.

Autor:

Bernd Wähner aus Pankow

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