Nachts ruhig schlafen
Bürgerinitiative „Pankow sagt Nein zu TXL“ initiiert Briefaktion gegen Fluglärm

Immer wieder donnern Flugzeuge auch in den Abend- und Nachtstunden über den Pankower Anger.
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  • Immer wieder donnern Flugzeuge auch in den Abend- und Nachtstunden über den Pankower Anger.
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Die Bürgerinitiative „Pankow sagt Nein zu TXL“ verteilt in den nächsten Tagen 5000 Flyer im Gebiet der Einflugschneise des Flughafens Tegel.

Wer in Heinersdorf, im Pankower Zentrum oder Niederschönhausen wohnt, ist seit vielen Jahren genervt. Tagsüber fliegt alle paar Minuten ein Flugzeug über Dächer der Häuser. Und auch am Abend und in der Nacht setzen immer wieder Flugzeuge über die Pankower Ortsteile zum Landeanflug an. Es gilt zwar ein Nachtflugverbot, aber die Zahl der Verspätungen nimmt stetig zu. Das hat zur Folge, dass trotzdem jede Nacht Flugbetrieb herrscht. „Wir fordern von der Obersten Luftfahrt- und Luftsicherheitsbehörde des Landes Berlin, dass zur Einhaltung der Nachtruhe effektive Maßnahmen ergriffen werden, damit nachts die Flugbewegungen abnehmen“, erklärt Nils B. Schulz von der Bürgerinitiative. „Die Maßnahmen sollen geeignet sein, den Lärm durch Flugzeuge in der Nacht auf ein zumutbares Maß zu reduzieren.“

Um das zu erreichen, entwickelten die Mitstreiter der Initiative einen Musterbrief an die Obersten Luftfahrt- und Luftsicherheitsbehörde. Mit diesem solle „die Verwaltung aus ihrer Lethargie gerissen werden“, um endlich die laut Gesetz möglichen Maßnahmen zu ergreifen, so die Bürgerinitiative. Mit diesem Brief fordern die Absender einen Bescheid ein. Die Behörde ist damit in Zugzwang. Sie muss sich innerhalb einer Frist von drei Monaten positionieren. Tut sie das gegenüber den Absendern nicht, steht der Klageweg offen.

Doch leider kann die Bürgerinitiative als Zusammenschluss nicht selbst solch einen Bescheid von der Behörde einfordern. Aus verwaltungsrechtlichen Gründen dürfen das nur Einzelpersonen. Aus diesem Grund hat die Bürgerinitiative den Musterbrief entwickelt und quasi als Anleitung zum Ausfüllen den Flyer gedruckt. Bewohner im Gebiet der Einflugschneise brauchen nur noch ihren Namen und ihre Anschrift in den Musterbrief eintragen, und sie müssen ihn natürlich unterschrieben. Außerdem rät die Bürgerinitiative: „Gestalten Sie diesen Brief persönlicher, indem Sie das hineinschreiben, was Sie besonders bedrückt.“ Das könnte zum Beispiel sein, dass die Kinder immer wieder aus dem Schlaf geschreckt werden oder die eigene Nachtruhe durch die Nachtflüge gesundheitsschädigend beeinträchtigt wird. „Je mehr Menschen dieses Schreiben an die Oberste Luftfahrt- und Luftsicherheitsbehörde schicken, umso deutlicher wird der Bürgerwille sichtbar und erhöht sich der Druck auf die Verwaltung und die Politiker, endlich etwas zu tun“, so Nils B. Schulz.

Zur Bürgerinitiative „Pankow sagt Nein zu TXL“ schlossen sich Bürger 2017 im Vorfeld des Volksentscheides zum Flughafen Tegel zusammen. In Pankow hatten seinerzeit 118 591 Wahlberechtigte (55,5 Prozent) für die Schließung dieses Flughafens gestimmt. „Das war für uns Auftrag weiterzumachen“, so Nils B. Schulz. „Wir wollen Plattform für Betroffene in Pankow sein, organisieren Informationsveranstaltungen und wollen Druck auf Politik und Verwaltung ausüben.“

Mehr zur Pankower Bürgerinitiative ist auf www.pankowsagtnein.com zu erfahren. Auf dieser Seite findet sich auch der Musterbrief zum Herunterladen.

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