Ein Konzept und ein zweiter Wilhelm-Markt
Die Vorhaben der Initiative "Wilhelm gibt keine Ruh" wurden im Frühjahr ausgebremst

Nele Thoma von der Initiative „Wilhelm gibt keine Ruh“ fährt privat ein Lastenrad. Gemeinsam mit André Schaarschmidt und ihren weiteren Mitstreiterinnen setzt sie sich für die Stationierung eines Lastenrades der fLotte-kommunal im Ortsteil ein.
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  • Nele Thoma von der Initiative „Wilhelm gibt keine Ruh“ fährt privat ein Lastenrad. Gemeinsam mit André Schaarschmidt und ihren weiteren Mitstreiterinnen setzt sie sich für die Stationierung eines Lastenrades der fLotte-kommunal im Ortsteil ein.
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Mit ihren Mittendrin Berlin!-Vorhaben wollte die Initiative „Wilhelm gibt keine Ruh“ eigentlich schon viel weiter sein. „Aber Corona hat auch uns ausgebremst“, sagt André Schaarschmidt, der sich um die Öffentlichkeitsarbeit der Initiative kümmert.

„Wir versuchten uns anfangs in virtuellen Treffen abzustimmen. Aber von Mal zu Mal nahmen weniger daran teil. Hinzu kommt, dass nicht alle so technikaffin sind. Das machte uns deutlich: Solch eine Bürgerinitiative lebt vor allem durch direkte Kontakte. Und die sind inzwischen, zum Glück, wieder möglich.“ So kann endlich an den Vorhaben weitergearbeitet werden.

Zur Initiative „Wilhelm gibt keine Ruh“ schlossen sich engagierte Bewohner des Ortsteils im vergangenen Jahr zusammen. Sie störte es, dass immer mehr Läden an der Wilhelmsruher Hauptstraße dicht machten. Gemeinsam erarbeiteten die Kiezbewohner eine Vision, wie die Hauptstraße wieder belebt und attraktiver werden könnte. Mit ihrem Konzept bewarben sie im vergangenen Herbst beim Mittendrin Berlin!-Wettbewerb. Sie kam in die engere Auswahl.

Anfang dieses Jahres erhielten sie als eines von drei Gewinner-Teams den Zuschlag für eine professionelle Unterstützung sowie finanzielle Mittel für Projekte. Für die professionelle Unterstützung stehen 30 000 Euro zur Verfügung. Ziel ist es, ein Konzept zur Belebung der Hauptstraße zu erstellen. Nach einer Ausschreibung durch die Senatsverwaltung erhielt das Büro „die raumplaner“ dafür den Zuschlag, berichtet André Schaarschmidt. Inzwischen hat man sich bekannt gemacht. „Bei einem zweiten Termin sind wir mit Vertreterinnen des Büros die Hauptstraße vom S-Bahnhof Wilhelmsruh bis zur Schillerstraße abgelaufen“, so Schaarschmidt weiter. So haben die Planerinnen zum einen den Bereich kennengelernt, der zu bearbeiten ist, zum anderen von ersten Problemen erfahren. Bei einem dritten Treffen haben „die raumplaner“ umrissen, was sie vorhaben und wie sie sich in das Projekt einbringen wollen.

Wochenmarkt lässt auf sich warten

Zunächst ist eine professionelle Bestandsaufnahme geplant. Dazu sind aktuelle Daten zu erheben und unter anderem auch Gespräche mit Geschäftsinhabern zu führen. „Dabei werden ‚die raumplaner‘ mit uns als Initiative eng zusammenarbeiten“, erklärt Schaarschmidt.

Ein wichtiges Vorhaben, mit dem die Initiative „Wilhelm gibt keine Ruh“ auch beim Mittendrin Berlin!-Wettbewerb punktete, war die Konzipierung eines neuen, lebendigen Wochenmarkts für Wilhelmsruh. Als Anschubfinanzierung für diesen und für weitere Aktionen stehen der Initiative 10 000 Euro zur Verfügung. Auch bei der Konzipierung des  Marktes werden „die raumplaner“ die Initiative unterstützen. „Doch mit dem Wochenmarkt wird es in diesem Jahr noch nichts, weil wir wegen Corona nicht so aktiv daran arbeiten konnten wie geplant. Aber zumindest konzeptionell möchten wir dieses Jahr soweit vorankommen, dass wir nächstes Jahr in die Umsetzung gehen können“, so Schaarschmidt.

Allerdings denke die Initiative intensiv darüber nach, in diesem November mit den zur Verfügung stehenden finanziellen Mitteln einen zweiten Wilhelm-Markt zu veranstalten. Denn der erste im vergangenen Jahr stieß auf große Resonanz. Allerdings soll er dann nicht auf der Haupt- sondern auf der Goethestraße stattfinden. Ein weiteres Vorhaben, an dem die Mitstreiter der Initiative seit Monaten arbeiten: Sie möchten, dass ein Lastenrad des Projektes fLotte-kommunal einen Standort im Ortsteil bekommt. Das Lastenrad wäre dann von jedermann für umweltfreundliche Kleintransporte auszuleihen. An dessen Anschaffung würde sich die Initiative auch beteiligen. Dazu ist man seit Monaten mit dem Bezirksamt im Gespräch, bisher noch ohne Ergebnis.

Carsharing und Ladesäulen

André Schaarschmidt denkt sogar noch weiter. „Wir bemühen uns auch darum, ein Elektroauto-Carsharing nach Wilhelmsruh zu bekommen“, sagt er. Dazu bedarf es aber auch einer Infrastruktur mit Elektroladesäulen. Doch bislang fokussieren sich entsprechende Carsharing-Anbieter auf Stellplätze innerhalb des S-Bahnrings. „Damit es so etwas auch bei uns gibt, müsste die Politik ihren Willen deutlich machen“, sagt Schaarschmidt.

Doch nun sollen erst einmal die drei Vorhaben Belebung der Hauptstraße, Wochenmarkt und Lastenradstation auf den Weg gebracht werden, ehe die nächsten Themen angegangen werden.

Mehr zur Initiative „Wilhelm gibt keine Ruh“ ist auf www.wilhelm-gibt-keine-ruh.de zu erfahren.

Nele Thoma von der Initiative „Wilhelm gibt keine Ruh“ fährt privat ein Lastenrad. Gemeinsam mit André Schaarschmidt und ihren weiteren Mitstreiterinnen setzt sie sich für die Stationierung eines Lastenrades der fLotte-kommunal im Ortsteil ein.
André Schaarschmidt und Nele Thoma von der Initiative „Wilhelm gibt keine Ruh“ wollen mit ihren Mitstreiterinnen die Hauptstraße wieder beleben.
Autor:

Bernd Wähner aus Pankow

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