Neubau, Umbau oder gar zwei Stadien?
Drei Varianten für Jahn-Sportpark vorgestellt

Das Team von "Octagon Architekturkollektiv/Albert Wimmer/Querfeldeins" mit seinem Modell.
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  • Das Team von "Octagon Architekturkollektiv/Albert Wimmer/Querfeldeins" mit seinem Modell.
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Neubau, Umbau oder am Ende gar zwei Stadien? Für den neuen Jahn-Sportpark gibt es drei Entwürfe. Bei der dritten öffentlichen Werkstatt im September wurden sie im Detail vorgestellt.

Der Jahnsportpark soll zum Inklusionssportpark werden. Die Nachricht ist nicht neu. Doch nach wie vor geht es um die Frage, ob das gut 70 Jahre alte Stadion an der Eberswalder Straße abgerissen oder umgebaut werden soll. Seit Ende Juni läuft das städtebauliche Werkstattverfahren. Drei Planungsteams aus Architekten, Stadtplanern und Landschaftsarchitekten haben hierfür im Auftrag des Senats Entwürfe erarbeitet und weiterentwickelt. Bei der dritten öffentlichen Werkstatt auf dem Parkplatz vor dem Stadion wurden sie kürzlich präsentiert.

Die Entwürfe beschreiben drei Szenarien: Abriss und Neubau, Umbau oder zwei Stadien. Für das erste Szenario (Abriss und Neubau an gleicher Stelle) entwarf das Team „Yellow Z Berlin/Holzwarth Landschaftsarchitektur“ eine Variante, die das Stadion leicht gedreht etwas näher an die Eberswalder Straße heranrückt. Dort soll dann auch der Haupteingang liegen. Herz des Sportcampus ist die „Grüne Mitte“ als Dreh- und Angelpunkt. Von dort aus kommt man zu allen Sportanlagen und Verwaltungsgebäuden. Weitere Details sind eine Multihalle, eine Freizeitwiese, Lauf- und Rollstrecken, eine Tennishalle, ein Begegnungszentrum und Blindenfußball auf dem Dach, das über eine umlaufende Rampe erreichbar ist.

Das zweite Szenario hat das Team „weberbrunnen Berlin / Herwarth + Holz/ Landschaft planen + bauen“ entworfen. Es sieht den Erhalt und inklusionsgerechten Umbau des „Großen Stadions“ aus DDR-Zeiten vor. Alle Tribünen sollen nach dieser Idee überdacht werden, außen bekommt das Stadion barrierefreie Aufzüge. Die Haupttribüne wollen die Planer behutsam umgestalten, die restlichen Zuschauerränge dagegen umfassend. Ein öffentlicher Boulevard führt durch den Sportpark mit Spiel-, Fitness- und Grünangeboten an den Randzonen.

Das dritte Szenario ist das wohl spannendste und aufwendigste. Es will das alte Stadion in Teilen erhalten und gleichzeitig eine neue Arena direkt daneben bauen. Der Entwurf stammt vom Planungsteam „Octagon Architekturkollektiv/Albert Wimmer/Querfeldeins“. Der Neubau könnte demnach östlich vom jetzigen Stadion entstehen. Dort, wo heute die Volleyballfelder liegen. Die ziehen dann ins Innere des alten Stadions in einen „Inklusions-Landschaftspark“ mit Beachvolleyball, Waldtribüne, Kletterhang, Blindenfußballfeld, Tischtennis, einer Vierfach-Halle und Laufbahnen. Die Haupttribüne, die Lichtmasten und der Wall an der Hinterlandmauer sollen stehen bleiben. Der Rest des Stadions wird abgerissen. Vom neuen ins alte Stadion kommt man über eine Verbindungsebene mit Lichthof. Die Alte Tribüne beherbergt künftig 870 Fahrradstellplätze. Rund ums neue Stadion liegen eine Fünffach-Tennishalle, Funktionsgebäude sowie mehrere kleinere Spielfelder mit Kunstrasen.

Die Entwürfe werden nun weiter verfeinert. Welche der drei Varianten realisiert wird, will die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen noch im September entscheiden. Der Profifußball soll in der Bestandsarena so lange weitergehen, bis die erste Hälfte des neuen Sportparkes fertig ist.

Weitere Informationen zum Projekt finden sich unter jahnsportpark-fuer-alle.berlin.de/ oder auf mein.berlin.de.

Autor:

Ulrike Kiefert aus Mitte

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