Hippes Quartier für Kreative
Eigentümer der alten Schlachthofhallen an der Landsberger Allee stellt seine Pläne vor

In einer der alten Schlachthofhallen konnten sich Nachbarn in einer Ausstellung über die Geschichte und die Zukunft des Areals informieren.
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Nach Jahren des Stillstandes haben auf dem Grundstück Landsberger Allee 104, das zum früheren Vieh- und Schlachthof gehörte, umfangreiche Bauarbeiten begonnen.

Auf dem Areal stehen die vier historischen Hallen. Der neue Eigentümer der Flächen und Hallen, das Unternehmen HB Reavis, hat inzwischen sehr konkrete Pläne. Nicht nur die alten Hallen werden nun gesichert, hinter den Hallen ist bereits die riesige Baugrube für einen Neubau ausgehoben. Anders als der frühere Eigentümer will der neue Investor kein großes Einkaufs- und Kongresszentrum errichten. Dieses Vorhaben stieß bei Anwohnern sowie Bezirkspolitikern auf heftige Kritik. Im Neubau sollen nun Büro- und Kongressflächen sowie gastronomische Angebote entstehen. Und in diesem Gebäude sollen vor allem Start-up-Unternehmen dringend benötigte Gewerbeflächen finden. Die alten Schlachthofhallen werden indes in Abstimmung mit dem Denkmalschutz wiederhergestellt. Entsprechende Planungen haben inzwischen begonnen. Vorgesehen sind in diesen Hallen Freizeitangebote, Cafés, Bars, Fitnesscenter und Läden lokaler Einzelhändler.

Was genau sich der Investor vorstellt, davon konnten sich Nachbarn kürzlich selbst ein Bild machen. Planer und Bauleiter beantworteten Fragen der Nachbarn. Unter anderem befürchten die Anwohner einen zunehmenden Verkehr durch ihr Wohngebiet. Diese Ängste versuchten die Planer mit Hinweis auf die hervorragende Anbindung des Areals an den Öffentlichen Personennahverkehr mit S-Bahn und Straßenbahn zu zerstreuen.

Weil davon auszugehen ist, dass viele junge Mitarbeiter der Start-ups mit dem Rad kommen werden, entsteht im Neubau sogar eine Fahrradtiefgarage für circa 700 Räder. Der Neubau hinter den alten Hallen, mit dem jetzt als erstes begonnen wurde, wird mit etwa 49.000 Quadratmeter Mietfläche errichten. Genutzt werden sollen die Arbeitsräume vor allem von Unternehmen der Berliner Kreativ- und Technologieszene.

Mit den Planungen für dieses Bauvorhaben wurde das bekannte Berliner Architekturbüro Gewers Pudewill beauftragt. Vorgesehen ist, das gesamte Bauprojekt bis 2021 zu beenden. Dann wird das Gelände, das derzeit eingezäunt ist, auch wieder öffentlich zugänglich sein. Sein Projekt nennt der Investor übrigens „Dstrct.Berlin“. Er lehnt sich damit an das Fleischereiviertel, den sogenannten Meatpacking District in New York an, das sich bereits in den vergangenen Jahren in ein Szenequartier verwandelte.

Autor:

Bernd Wähner aus Pankow

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