Stille Ecken und viel Grün
Neuer Parkteil im Mauerpark eröffnet

Die Apfelwiese lädt zum Sonnenbaden ein. Der neue Parkteil ist pünktlich zu den Sommerferien fertig geworden.
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  • Die Apfelwiese lädt zum Sonnenbaden ein. Der neue Parkteil ist pünktlich zu den Sommerferien fertig geworden.
  • Foto: Manuel Frauendorf
  • hochgeladen von Ulrike Kiefert

Mehr Grün für die Stadt: Der Mauerpark hat sich verdoppelt. Dort, wo einst Autos repariert und Blumen verkauft wurden, wachsen jetzt Wiesen und Bäume.

Der Mauerpark hat zugenommen. Mit rund 15 Hektar ist er jetzt doppelt so groß wie vorher. Wer den neuen Parkteil zwischen Bernauer- und Gleimstraße erkundet, merkt schnell, dort geht es deutlich ruhiger zu. Das ist auch so gewollt. Die Planer haben die jungfräuliche Grünanlage bewusst als Gegenpol zum quirligen Bestandspark gestaltet.

Es gibt stille Ecken, Wiesen und Rasen, einen Mauergarten für gemeinsames Gärtnern, aber auch einen neuen Spielplatz, Tischtennisplatten, Basketballkörbe und einen Wassermatschplatz. Wege mit viel Platz für Jogger und Inlineskater führen durch die neue Naherholungsoase, die von grünen Promenaden umsäumt ist. Rund 235 Bäume bekam der Park dazu, darunter Platanen, Purpur-Erle, Waldkiefer und Vogelkirsche. Mittig der Ost-West-Verbindung von Pankow in den Wedding liegt auf Höhe der Lortzingstraße ein großer Steinkreis aus Granit. Steinerne Sitzbänke und ein großer Granittisch laden zum Picknicken ein. Der „Mauersegler“ und die „Schönwetter“-Gastronomie im südlichen Teil blieben erhalten, auch der beliebte, stets übervolle Flohmarkt wird wie gehabt sonntags öffnen.

Bewahrt hat Landschaftsarchitekt Gustav Lange auch die „bewegte“ Geschichte des Mauerparks. Auf einer Länge von 293 Metern hat er den früheren Verlauf der Berliner Mauer mit einer Doppelpflastersteinreihe nachgezeichnet. Auch die Schienen des alten Nordbahnhofs sieht man noch. Auf dem neu entstandenen Vorplatz zwischen Schwedter Straße und dem Eingang zum „Mauersegler“ sollen ab Ende 2020 Funde wie die Überreste ehemaliger Grenzanlagen oder der Eingang zu einem Fluchttunnel ausgestellt werden. Die „Kartoffelhalle“ wiederum wird ab Herbst zum Park- und Kulturzentrum umgebaut. Das hatten sich die Pankower gewünscht. Alles in allem ist im ehemaligen Grenzgebiet „ein offener, fröhlicher Ort entstanden“, sagt Stadtentwicklungsstadtrat Vollrad Kuhn (Grüne).

Los ging es mit den Bauarbeiten für den erweiterten Mauerpark bereits vor vier Jahren. Damals wurden zunächst die Gewerbeschuppen abgeräumt, alte Leitungen entfernt, der Boden von Kampfmitteln geräumt. Ab März 2018 folgten wie berichtet die Landschaftsbauarbeiten. Die Kosten lagen bei rund 14 Millionen Euro, davon floss fast die Hälfte in die Landschaftsarbeiten. Teuer war auch die technische Infrastruktur inklusive neuer Trink- und Schmutzwasserleitungen für den Flohmarkt, die Gastronomie, die „Kartoffelhalle“ und den Verein „Mauergärtner“. Um die Pflanzen zu bewässern, wurde ein Tiefbrunnen gebohrt. Eine Anlage speichert unterirdisch den Regen.

Autor:

Ulrike Kiefert aus Mitte

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