Vom Sockel denken
Siegerentwurf für Ernst-Thälmann-Denkmal realisiert

Fünf rote Betonelemente umkreisen das Ernst-Thälmann-Denkmal. Sie stammen von Künstlerin Betina Kuntzsch.
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  • Fünf rote Betonelemente umkreisen das Ernst-Thälmann-Denkmal. Sie stammen von Künstlerin Betina Kuntzsch.
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Der Thälmann-Kopf an der Greifswalder Straße ist jetzt von Kunstelementen umgeben. Nach dem Siegerentwurf von Betina Kuntzsch laden rote Sockel zum Bleiben und Denken ein. Filme thematisieren die Geschichte des Quartiers.

Fünf rote Betonelemente umkreisen das weithin sichtbare Ernst-Thälmann-Denkmal. Es sind Miniaturen des Denkmalsockels. Sie laden auf dem Vorplatz zum Verweilen ein. Schriftzüge zieren sie, Schlagworte wie „Kopf. Faust. Fahne“ oder “Immerdar“.

Die fünf Bänke, die auch Tische oder Kletterelemente sein können, sind ein Teil der sogenannten künstlerischen Kommentierung für den Thälmann-Platz. Der Entwurf stammt von Betina Kuntzsch, die beim Kunstwettbewerb 2020 mit dem zweiten Preis ausgezeichnet worden war. Den offenen Wettbewerb hatte das Bezirksamt Pankow ausgelobt. 110 Entwürfe von Künstlerinnen und Künstlern aus ganz Deutschland gingen damals ein.

Kuntzschs bildnerisch-filmischer Entwurf trägt den Titel „Vom Sockel denken“, der doppelt wörtlich zu nehmen ist: vom Beginn des Denkmals her und zugleich des Ortes, dessen Gegenwart die DDR-Geschichte widerspiegelt. Das Plattenbau-Gebiet samt Denkmal entstand in den 1980er-Jahren an der Greifswalder Straße. Das alte Gaswerk aus dem 19. Jahrhundert wurde dafür gesprengt – unter Protest der Berliner. Mit ihrem Entwurf will Betina Kuntzsch „ein Gefühl für die Zeit, eine Sensibilität für das Leben an diesem Ort“ vermitteln. Der zweite Teil ihrer Arbeit sind zehn Kurzfilme, die über QR-Codes abrufbar sind und auf zwei Stelen vor Ort gezeigt werden. „In diesen collagiere ich Archivmaterial mit eigenen Fotos, Filmaufnahmen und animierten Zeichnungen“, so Kuntzsch. Für ihre Filmessays zum Thälmann-Denkmal untersuchte sie „Perspektiven auf das Denkmal, den Ort, die Menschen. „Kopf. Faust. Fahne“ – die Inschrift auf dem roten Sockel ist zugleich der Titel einer ihrer Filme. So schlagen die Worte einen Bogen zu den Bildern.

Zu sehen sind die Filme auf www.vomsockeldenken.de. In der „Wabe“ und in der Galerie Pankow wurden sie bereits gezeigt. Die Kosten von 180 000 Euro für den neuen Platz am Thälmann-Denkmal hat der Senat übernommen. Alle Wettbewerbsbeiträge sind aktuell online präsent auf www.wettbewerbe-aktuell.de/ergebnis/ausstellung-ernst-thaelmann-denkmal-150541.

Autor:

Ulrike Kiefert aus Mitte

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