Sieben Monate später: Die Gedenktafel für Fritz Erler nun endlich angebracht

Diese Gedenktafel erinnert am Haus Chodowieckistraße 17 an den Sozialdemokraten Fritz Erler.
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  • Foto: Bernd Wähner
  • hochgeladen von Bernd Wähner

Prenzlauer Berg. Am Haus in der Chodowieckistraße 17 erinnert seit Kurzem eine Gedenktafel an Fritz Erler (1913-1967).

Bereits am 29. April dieses Jahres sollte die Gedenktafel bei einer Feierstunde vor dem Haus enthüllt werden. An der Chodowieckistraße 17 lebte der spätere SPD-Politiker von 1916 bis 1937. Der Hausverwalter untersagte dem Bezirksamt aber kurz vor der Veranstaltung die Anbringung am Haus. Über die Gedenktafel habe man sich nicht mit ihm verständigt, sie passe nicht zum Erscheinungsbild des Hauses, lautete seine Begründung. Inzwischen haben sich Verwalter und Bezirksamt geeinigt, sodass die Tafel jetzt angebracht werden konnte.

Fritz Erler kam am 14. Juli 1913 zur Welt. Er wohnte mit seinen Eltern zunächst in der Zelter Straße. Dort betrieb sein Vater ein Friseurgeschäft. Zugleich war er Vorsitzender eines SPD-Ortsvereins in Prenzlauer Berg. Als Fritz Erler drei Jahre alt war, zog die Familie an die Chodowieckistraße um. Fritz Erler besuchte später die Oskar-Cassel-Realschule an der Bötzowstraße, die heutige Kurt-Schwitters-Oberschule. Später wechselte er an die Königliche Realschule in der Pasteurstraße. Dort wurde er auch zum Schülersprecher gewählt.

Schon recht früh begann sich Fritz Erler in der Sozialistischen Arbeiterjugend (SAJ) zu engagieren.1932 arbeitete er dann als Inspektoren-Anwärter im damaligen Bezirksamt Prenzlauer Berg. In der NS-Zeit entwickelte er sich zum führenden Kopf der Widerstandsgruppe „Neu Beginnen“.

Im November 1938 kam ihm die Gestapo auf die Spur. Der Volksgerichtshof verurteilte ihn zu zehn Jahren Zuchthaus. Auf einem Todesmarsch im April 1945 gelang ihm die Flucht. Er versteckte sich im Biberach in Württemberg. Dort erlebte er die Befreiung durch die Alliierten. Die französischen Truppen wurden auf sein Sprachtalent aufmerksam und stellten ihn als Dolmetscher ein. Knapp drei Wochen später ernannten sie ihn zum Landrat von Biberach.

Schon bald wurde er Landtagsabgeordneter und 1949 Abgeordneter des Deutschen Bundestags. Seit 1964 war er SPD-Fraktionsvorsitzender und als solcher Oppositionsführer im Bundestag. Viel zu früh verstarb er 1967. Ihm folgte Helmut Schmidt als Fraktionschef. BW

Autor:

Bernd Wähner aus Pankow

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