Angst vor Vertreibung
Straßenmusiker starten Kampagne „Save Mauerpark“ mit Demos und Online-Petition

Die Liedermacherin Laura Hagnäs auf den Stufen des Amphitheaters im Mauerpark. Sie setzt sich mit der Initiative Save Mauerpark dafür ein, dass für die Straßenmusiker ein Kompromiss gefunden wird.
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  • Die Liedermacherin Laura Hagnäs auf den Stufen des Amphitheaters im Mauerpark. Sie setzt sich mit der Initiative Save Mauerpark dafür ein, dass für die Straßenmusiker ein Kompromiss gefunden wird.
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In den vergangenen Wochen eskalierte der Streit wegen der lauten Musik im Mauerpark. In der nächsten Woche werden sich nun Vertreter des Vereins Freunde des Mauerparks, des Bezirksamtes, Straßenmusiker und Anwohner zu einem Runden Tisch in der Gaststätte Mauersegler treffen, um über das Thema zu reden.

Wer derzeit durch den Mauerpark schlendert, findet ihn fast leer vor. Doch im Sommer tobten an den Sonntagen noch Tausende Menschen durch den Park und versammelten sich zum Beispiel am Amphitheater, um die Karaoke-Show von Joe Hatchiban zu hören und zu sehen. Diese war die einzige Musikveranstaltung im Park, für die es eine behördliche Genehmigung gab. Alle anderen Straßenmusiker, die sich bei sonnigem Wetter ihrer Musik hingaben – und das zumeist mit Verstärkern –, taten dies an sich illegal und zum Ärger der Anwohner. Denn für diese verdichtete sich die von den Mauerparkbesuchern an diversen Orten so bewunderte Musik zu einer wahren Kakophonie. Beim Ordnungsamt gingen in diesem langen Sommer besonders viele Beschwerden wegen Lärmbelästigung ein. Und das reagierte mit Kontrollen.

Ein Anwohner zog sogar mit der Polizei durch den Park, sagt Laura Hagnäs von der Straßenmusiker-Initiative Berlin Street Music. „Da wurden Ordnungswidrigkeitsanzeigen geschrieben und sogar Instrumente eingezogen.“ Die aus Finnland stammende Liedermacherin macht seit zwei Jahren in der Initiative mit. Deren Ziel ist es, Straßenmusiker in Berlin zu unterstützen und die Straßenmusik zu fördern. „Nach Berlin kommen Musiker aus der ganzen Welt, weil die Stadt in der Musikszene einen sehr guten Ruf hat“, so Hagnäs. Um Fuß zu fassen, treten viele zunächst als Straßenmusiker auf. Doch an vielen Orten der Stadt gebe es für sie inzwischen Beschränkungen und absurde Regelungen.

Als beliebter Auftrittsort gilt den Straßenmusikern der Mauerpark. Wer eine Reise durch die Klangwelt machen will, trifft dort Künstler von allen Kontinenten. Fakt ist allerdings, dass es für das Musizieren in der Grünanlagen einer Genehmigung bedarf. Gängige Praxis war bisher jedoch auch, die Musiker zu dulden. Immerhin hat der Mauerpark einen besonderes Image und die bunte kulturelle Mischung zieht viele Touristen an.

Seitdem Ordnungsamt und Polizei verstärkt kontrollieren, befürchten die Musiker, aus dem Mauerpark vertrieben zu werden. „Wir haben deshalb eine Kampagne ‚Save Mauerpark‘ gestartet“, sagt Laura Hagnäs. Bereits an sechs Sonntagen demonstrierten die Musiker im Park und sammelten dabei 3000 Unterschriften für ihr Anliegen. Außerdem starteten sie auf http://asurl.de/1438 eine Online-Petition an den Senat.

„Unser Ziel ist es, mit dem Bezirk, dem Senat und gemeinsam mit Anwohnern eine Lösung zu finden, damit weiterhin Straßenmusik, Straßenkunst und Kultur im Mauerpark möglich ist“, so Laura Hagnäs. Erste Ideen für Lösungsansätze gibt es schon. Bürgermeister Sören Benn (Die Linke) brachte zum Beispiel Lärminseln für die Musiker im Mauerpark ins Gespräch. Um einen Kompromiss zu finden, gibt es nun auf Initiative des Vereins Freunde des Mauerparks einen ersten Runden Tisch.

Autor:

Bernd Wähner aus Pankow

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