Straßenraum wird neu aufgeteilt
Bisherige Parkspur der Schönhauser Allee wird zum Radweg

Verkehrssenatorin Bettina Jarasch (links) und Pankows Stadträtin für Öffentlichen Raum, Manuela Anders-Granitzki, stellten die Vorplanungen für den Umbau der Schönhauser Allee vor. Sie weihten auch zwei Aufsteller ein, auf denen Interessierte Informationen zum geplanten Umbau finden.
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  • Verkehrssenatorin Bettina Jarasch (links) und Pankows Stadträtin für Öffentlichen Raum, Manuela Anders-Granitzki, stellten die Vorplanungen für den Umbau der Schönhauser Allee vor. Sie weihten auch zwei Aufsteller ein, auf denen Interessierte Informationen zum geplanten Umbau finden.
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Die Schönhauser Allee wird bis 2023 so umgebaut, dass Fußgänger und Radfahrer mehr Platz bekommen.

Ziel ist es, vor allem deren Verkehrssicherheit zu erhöhen. Als die Allee zuletzt Anfang der 1990er Jahre umgebaut wurde, waren die Vorstellungen von einem sicheren Radweg noch völlig anders als heute. So würde 2022 zum Beispiel niemand mehr einen Radweg mit Gehwegplatten bauen, wie seinerzeit entlang der Schönhauser Allee geschehen. Keiner würde den Radweg hinter Straßenbahn-Wartehäuschen entlangführen, weil sich Fußgänger und Radfahrer in die Quere kommen könnten. Hinzu kommt, dass der Radweg viel zu schmal ist und zu dicht an Bäumen entlangführt.

Ein weiterer Aspekt, der die Senatsverkehrsverwaltung und das Bezirksamt dazu bewegte, zu handeln: Die Anzahl der Radfahrer auf der Allee nimmt stetig zu. Etwa 10 000 seien es an jedem Werktag, berichtet Verkehrssenatorin Bettina Jarasch (Bündnis 90/ Die Grünen). Und immer wieder kommt es in der Rushhour an Kreuzungen und Einmündungen zu Fahrradfahrer-Staus, weil der Radweg zu schmal ist. Auch Unfälle sind die Folge des erhöhten Radverkehrsaufkommens. 26 Unfälle mit Radfahrerbeteiligung gab es allein im vergangenen Jahr auf der Schönhauser Allee.

Aus all diesen Gründen beschloss die Pankower Bezirksverordnetenversammlung (BVV) bereits im Jahr 2018, dass sich das Bezirksamt bei der Senatsverkehrsverwaltung dafür einsetzen soll, dass der bisherige Radweg auf die derzeitige Parkspur der Schönhauser Allee verlegt wird. Der bisherige Hochbord-Radweg soll indes dem Gehweg zugeschlagen werden. Mit der Umgestaltung sollen eine geschützte, durchgängige und extrabreite Radverkehrsanlage sowie ein verbreiterter Gehweg entstehen.

150 Parkplätze fallen weg

Diesen Forderungen kommt die Senatsverwaltung nun nach. Die Vorplanung sei inzwischen abgeschlossen, informiert Bettina Jarasch bei einem gemeinsamen Vor-Ort-Termin mit Pankows Stadträtin für öffentlichen Raum, Manuela Anders-Granitzki (CDU), an der Ecke Schönhauser Allee und Cantianstraße. Dort weihten beide auch zwei Aufsteller ein, auf denen Interessierte mehr über den geplanten Umbau der Allee erfahren können.

In den nächsten Monaten sollen die Ausführungsplanung fertiggestellt und die entsprechenden Arbeiten ausgeschrieben werden. „Der neue Radfahrstreifen entsteht auf einer Länge von rund 720 Metern und in einer Breite von 2,50 Metern zwischen Eberswalder/ Danziger Straße und Gleimstraße/ Stargarder Straße beidseitig jeweils auf der rechten Spur, dort wo bislang überwiegend Autos parken“, erklärt Bettina Jarasch. Insgesamt werden 150 Parkplätze ersatzlos entfallen. „Mit dem Umbau erhalten Radfahrende ausreichend Platz zum Überholen und sind damit sicherer unterwegs als bisher.“ Der Lieferverkehr wird über Ladezonen in Nebenstraßen und mit zeitlicher Beschränkung auch auf dem künftigen rechten Fahrstreifen abgewickelt. Für die Trennung des Radfahrstreifens vom Autoverkehr werden Betonborde verwendet. Diese etwa zwölf Zentimeter hohen Borde wurden extra für das Vorhaben auf der Schönhauser Allee entwickelt.

„Auf der Schönhauser Allee zeigt sich exemplarisch, dass die bisherige Flächenverteilung im öffentlichen Straßenland geändert werden muss: Radfahrende können sich auf dem schmalen Hochbordradweg kaum überholen, der Gehweg ist an etlichen Stellen viel zu schmal“, so Jarasch. „Wenn wir aber diesen stadtverträglichen und klimafreundlichen Verkehrsarten mehr Raum geben, profitieren alle davon, weil Städte so lebenswerter werden. Die künftige Aufteilung auf der Schönhauser Allee bietet daher mehr Platz zum Radfahren, zum Schlendern und zum Zusammensitzen. Das bedeutet mehr Aufenthaltsqualität für alle und viel mehr Sicherheit für die vielen, die hier mit dem Fahrrad unterwegs sind.“ Manuela Anders-Granitzki betont: „Die Schönhauser Allee ist eine sehr wichtige Verkehrsverbindung in Pankow, aber auch eine Wohn- und Einkaufsstraße mit Geschäften und Restaurants. Mit der geplanten Umgestaltung gelingt uns trotz des begrenzten innerstädtischen Raumes, die unterschiedlichen Nutzungsbedürfnisse zu berücksichtigen und die Situation für Radfahrende und Fußgänger zu verbessern. Wichtig ist es, in der nun laufenden Planungsphase auch eine Verbesserung für den Wirtschafts- und Lieferverkehr zu erreichen und entsprechende Ladezonen einzurichten.“

Die Projektsteuerung für den Umbau auf der Schönhauser Allee hat die landeseigene GB infraVelo GmbH übernommen, die Senatsverwaltung für Mobilität stellt die Finanzierung sicher. Die Neugestaltung der Gehwege erfolgt durch das Bezirksamt Pankow. Die Baumaßnahmen sollen frühestens im vierten Quartal dieses Jahres beginnen und spätestens Anfang 2023 abgeschlossen sein. Zu den Kosten können noch keine Aussagen getroffen werden, weil zunächst nur die Vorplanungen vorliegen. Erst mit der Ausführungsplanung werden auch die Kosten kalkuliert.

Aktuelle Informationen zu den Planungen finden sich auf infravelo.de/schoenhauser-allee.

Autor:

Bernd Wähner aus Pankow

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