Bürgerdialog zu Flüchtlingsunterkunften
Paracelsus-MUF ist in der Planung

Der Bürgerdialog zu neuen Unterkünften für Geflüchtete am 26. November bestätigte nur die bisher schon bekannten Informationen: Der Bezirk bekommt das Ankunftszentrum, für eine Modulare Unterkunft am Paracelsusbad geht jetzt die Planung ins Detail.

Das Podium im Fontane-Haus war prominent besetzt. Der für Integration zuständige Stadtrat und stellvertretende Bürgermeister, Uwe Brockhausen (SPD), hatte Sozialsenatorin Elke Breitenbach (Die Linke) eingeladen. Und diese stellte unter Protest vieler Anwesender klar: „Ich diskutiere, wie gebaut wird, aber nicht, ob gebaut wird.“ Zur besseren Verteilung geflüchteter Menschen hat der Senat beschlossen, dass jeder Bezirk zwei Modulare Unterkünfte für Flüchtlinge (MUF) erhält.

Für Reinickendorf hatte schon der alte Senat beschlossen, dass ein Standort die ehemalige Karl-Bonhoeffer-Nervenklinik sein wird. Diese wird, wie berichtet, zum Ankunftszentrum erweitert, um die menschenunwürdigen Zustände im bisherigen Zentrum am Flughafen Tempelhof mit seinen riesigen Hangars zu beenden. Als zweiter Standort zeichnet sich die Nachbarschaft des Paracelsusbades ab. Auch wenn die Planung noch nicht sehr konkret ist, trat Brockhausen einer Befürchtung entgegen: „Die dortige Kleingartenanlage bleibt erhalten.“ Zurzeit geht es vor allem um die Abstimmung mit dem Landesdenkmalamt.

MUFs zu nah beieinander?

In der Fragerunde monierten immer wieder Bürger, dass sich die Unterbringung von Flüchtlingen in Wittenau balle. Die jetzt geplanten MUFs sind nur zwei U-Bahn-Stationen voneinander entfernt. Auf die Furcht vor gesteigerter Kriminalität bat die Senatorin mehrfach: „Zeigen Sie mir die Statistiken.“ Außer Hohngelächter erhielt sie keine Antwort.

Für die Polizei lieferte Axel Quitsch, Leiter des Polizeiabschnitts 11, Fakten: In seinem Bereich liegt die bereits 2016 errichtete modulare Unterkunft an der Bernauer Straße in Tegel. Seine Beamten hatten von Anfang an engen Kontakt zu Anwohnern und Bewohnern der Unterkunft, sagt er. Sein Fazit: „Es gibt keine erhöhte Kriminalitätsrate.“ Für das Paracelsusbad könne er selbstverständlich keine Prognose abgeben. Allerdings versicherte er, dass im Falle der Errichtung des MUF auch dort die Polizei jederzeit Ansprechpartner sei.

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