Bürgeramt Reinickendorf bietet fünf feste plus vier mobile Standorte und Samstags-Termine

Anne Franke aus dem Wedding war am 7. Oktober die 25 000. Kundin im mobilen Bürgeramt in der Kurhausstraße. Stadtrat Uwe Brockhausen überreichte Blumen.
  • Anne Franke aus dem Wedding war am 7. Oktober die 25 000. Kundin im mobilen Bürgeramt in der Kurhausstraße. Stadtrat Uwe Brockhausen überreichte Blumen.
  • Foto: Berit Müller
  • hochgeladen von Berit Müller

Reinickendorf. Ohne Termin geht gar nichts. Und bis es soweit sei, könne schon mal die Jahreszeit wechseln, heißt es mitunter. Um den Ruf der Bürgerämter steht’s derzeit nicht zum Besten. Doch nicht jede Kritik ist gerechtfertigt – und so mancher Service nicht bekannt.

Ob im Verlustfall oder reisebedingt: Wer dringend einen neuen Personalausweis respektive Pass braucht, kann sich durchaus ohne Termin in eines der Berliner Bürgerämter begeben. „Wir weisen extra mit Schildern aus, wohin diese Notfall-Kunden kommen sollen“, sagt Roman Skwirawski, Fachbereichsleiter des Reinickendorfer Bürgeramtes. „Meistens landen sie beim Filialleiter.“ Weggeschickt würden die Leute jedenfalls nicht, es sei denn, um ihnen stundenlanges Warten auf den Fluren zu ersparen. „In der Regel können sie aber am selben Tag zu einem späteren Zeitpunkt wiederkommen.“

Alle fünf Bürgeramts-Filialen in Reinickendorf halten das so – und auch die sogenannten mobilen Standorte. Davon gibt es vier Stück. Jeweils in sozialen Einrichtungen in Hermsdorf, Reinickendorf-Ost, im Märkischen Viertel und in der Auguste-Viktoria-Allee bieten in regelmäßigem Turnus zwei bis drei Mitarbeiter den kompletten Service der regulären Büros an – mit Ausnahme der Leistungen im Bereich Ausländerangelegenheiten. Im Jahr 2008 hat der Bezirk begonnen, die dezentralen Anlaufstellen einzurichten und sucht mit der Anzahl des Angebots in Berlin seinesgleichen. Was übrigens auch für die Samstags-Termine gilt. Die gibt es ausschließlich im Reinickendorfer Rathaus.

Das Bürgeramt ist ein Massengeschäft

„Es ist doch unser Wunsch, die Leute vernünftig zu bedienen“, sagt der zuständige Stadtrat Uwe Brockhausen (SPD). „Wir haben ja auch etwas davon – schließlich bekommen wir für jeden Kunden ein bestimmtes Budget zugewiesen. Aber natürlich ist das Bürgeramt ein Massengeschäft, das sehr genau kalkuliert werden muss.“

Dabei ließen sich Unwägbarkeiten nie ausschließen, räumt Brockhausen ein. Und nennt Beispiele: Zu etwa einem Drittel der Termine, die übers Online-System oder unter der Hotline 115 gebucht werden, erscheint überhaupt niemand. „Das bringt die Planung schon sehr durcheinander, andererseits profitieren dann eben die Notfall- und Spontankunden von den frei gewordenen Zeiten.“ Auch passiert es nicht selten, dass jemand gleich mit mehreren Anliegen kommt, ohne dies im elektronischen Anmeldeformular angegeben zu haben. Eine längere Verweildauer des Kunden lässt sich dann nicht vermeiden. Und der nächste muss warten. Schließlich kämpfen die Sachbearbeiter häufig mit IT-Problemen – Dauerthema in der Berliner Verwaltung. Mal arbeitet das System zu langsam, mal fällt es völlig aus.

170 Termine am Tag vergeben

Zwischen 210.000 und 220.000 Menschen bedient das Reinickendorfer Bürgeramt im Jahr. Pro festem Standort vergibt der Computer knapp 170 Termine am Tag – online oder über die 115. Aktuell beschäftigt das Amt 43 Frauen und Männer, 15 Fachkräfte haben sich für den mobilen Einsatz bereit erklärt. Gern sogar. „Für sie ist das eine angenehme Abwechslung vom Büroalltag“, erzählt Roman Skwirawski.

In Hermsdorf gastiert das mobile Team jeden Freitag von 9 bis 12 Uhr im Dominikus-Krankenhaus in der Kurhausstraße und dort in den Räumen der Caritas-Sozialstation. Die Wartezeit für einen Termin beträgt wie in allen Außenbüros vier Wochen – nicht mehr als acht sollen es an den festen Standorten sein. „Ursprünglich haben wir die dezentralen Filialen eingerichtet, um älteren und vielbeschäftigten Menschen lange Wege zu ersparen“, erläutert der Stadtrat. Aber natürlich können auch Berliner aus anderen Bezirken dieses Angebot nutzen.“

So geschehen am 7. Oktober: Da begrüßten Roman Skwirawski und Uwe Brockhausen in den Räumen der Caritas-Sozialstation die 25.000 Kundin der Zweigstelle. Anne Franke aus dem Wedding hatte den Termin online vereinbart – und war ebenso überrascht wie erfreut über eine besondere Aufmerksamkeit, die sie vom Ämtergang mit nach Hause nahm: einen prächtigen Blumenstrauß. bm

Autor:

Berit Müller aus Lichtenberg

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

5 folgen diesem Profil

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Beitragsempfehlungen

WirtschaftAnzeige
Genießen Sie kulinarische Köstlichkeiten im Spitzenrestaurant "Machiavelli".
  4 Bilder

Restaurant "Machiavelli" am Roseneck
Seit 10 Jahren eine der besten Adressen in Grunewald

Dass das Spitzenrestaurant "Machiavelli" zu den ersten Adressen in der Hauptstadt gehört, ist berlinweit bestens bekannt. So überzeugt die Location seit dieser Zeit mit einer landestypischen italienischen, aber auch alpenländischen Kulinarik vom Feinsten. Darüber hinaus präsentiert sich das "Machiavelli" als wahre grüne Oase inmitten der Großstadt. Aktuell überrascht das Team selbstverständlich auch mit diversen Pfifferlingskreationen, wobei der beliebte, schmackhafte Pilz gern mit einem...

  • Grunewald
  • 04.08.20
  • 152× gelesen
WirtschaftAnzeige
Das Team der Fleischerei Haroun freut sich auf Ihren Einkauf.

Fleischerei Haroun
Wir haben Ihre Grillspezialitäten!

An der Prinzenallee, zwischen dem U-Bahnhof Pankstraße und der Bellermannstraße, gibt es eine stadtweit bekannte Institution: die Fleischerei Haroun. Ihr Besitzer Youcef Haroun ist der in seiner Familie traditionsreichen Berufung zum Fleischer gefolgt. Sein nach Tradition verarbeitetes Fleisch in Halal-Qualität zaubert Kennern ein Lächeln auf die Lippen. Zu seinen Stammkunden zählen die französischsprachige, aber auch in der deutschen und sogar der rumänischen beziehungsweise bulgarische...

  • Wedding
  • 04.08.20
  • 98× gelesen
SozialesAnzeige
In der Gruppe werden Erfahrungen ausgetauscht.
  2 Bilder

Kontaktstelle PflegeEngagement Reinickendorf
"Der Austausch mit anderen tut mir gut"

Inge M. freut sich schon. An zwei Montagen im Monat besucht sie das Angehörigencafé der Kontaktstelle PflegeEngagement, eine Gesprächsgruppe für pflegende und betreuende Angehörige, Freunde und Nachbarn. „Die Pflegesituation zu Hause ist oft sehr anstrengend“, sagt Inge, „das ständige Angebundensein, die körperliche Belastung und Freunde, die sich abwenden. Es gibt natürlich auch schöne Momente. Trotzdem habe ich mir meine Rente anders vorgestellt. Hier in der Gruppe treffe ich Menschen,...

  • Bezirk Reinickendorf
  • 04.08.20
  • 78× gelesen
WirtschaftAnzeige
  3 Bilder

IdeeZaun
Ihr Wunschzaun wird hier Wirklichkeit

Wir, die Firma IdeeZaun, sind im Zaunhandel bereits seit 2008 tätig. Als mittelständisches Unternehmen an den Standorten Tempelhof und Hermsdorf sehen wir uns als Partner zwischen der Produktion und unseren Kunden. Wir beliefern Privatkunden sowie Garten- und Landschaftsbauer. Mittlerweile sind wir ein etabliertes Unternehmen in Berlin und Brandenburg. Daher würden wir uns freuen, Ihnen auch Ihren Wunschzaun zu planen und zu verwirklichen. Von der Beratung bis zum Aufbau: alles aus...

  • Hermsdorf
  • 04.08.20
  • 129× gelesen
BildungAnzeige
  4 Bilder

Jeder kann was!
Freie Ausbildungsplätze an der Emil Molt Akademie

Wir sind eine Berufsfachschule, Fachoberschule und Fachschule in freier Trägerschaft. Vor zwei Jahren im neuen Vollholzgebäude in Schöneberg eingezogen, freuen wir uns, Ihnen mit neuer Kapazität folgende Bildungsgänge anbieten zu können: Die Ausbildung zum Sozialassistenten, in zwei Jahren - Voraussetzung: Berufsbildungsreife (BBR) Die Ausbildung zum Kaufmännischen Assistenten, in zwei Jahren - Voraussetzung: Mittlerer Schulabschluss (MSA) Die Allgemeine Fachhochschulreife,...

  • Schöneberg
  • 01.07.20
  • 518× gelesen
  •  2
WirtschaftAnzeige
  3 Bilder

Wie hat sich das Einkaufsverhalten in Berlin und Brandenburg verändert?
Mehr Wertschätzung für regionale Lebensmittel?

Der Agrarmarketingverband pro agro und der Verband Digitalwirtschaft Berlin-Brandenburg (SIBB e.V.) befasst sich mit dem Thema:  Mehr Wertschätzung für regionale Lebensmittel.  Toilettenpapier, Hamsterkäufe, Begrenzungen der Kundenzahlen in den Geschäften - die mediale Berichterstattung der vergangenen Monate zum Einkaufsverhalten der Verbraucher war bestimmt von diesen drei Schlagzeilen.  Doch wie hat sich das Einkaufsverhalten in Berlin und Brandenburg verändert? Wurde häufiger im...

  • 03.07.20
  • 790× gelesen

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen